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Vom Trollen gegen Michael Jackson bis hin zu William Shatners Heavy-Metal-Platte: Brian Mays wilde Queen-Geschichte

Brian May Queen guitar player
Screendump: Planet Rock / YouTube

Die Zusammenarbeit mit anderen Musikern weckt oft die tiefsten kreativen Instinkte eines Künstlers. Für erfahrene Interpreten steigern die vergehenden Jahre nur noch den Wunsch, neue Projekte zu erkunden und Geschichten durch Klang zu teilen.

Ein aktuelles Gespräch mit einer Rock-Ikone zeigt, wie neue Inspiration einen in jedem Alter überkommen kann.

Gitarrenlegende Brian May sprach kürzlich mit Planet Rock über seine neuesten musikalischen Zusammenarbeiten. Der Queen-Gitarrist besprach die Arbeit an einem Titel namens „The Angels of Calling“, der auf einem posthumen Album der Stax-Ikone Steve Cropper erscheint.

Der langjährige Freund und Produzent John Tiven lud May ein, zu dem Projekt beizutragen. May gab zu, dass er anfangs mit der Melodie zu kämpfen hatte. Er konnte einfach nicht das richtige Gefühl für den Song finden.

Doch die unerwartete Nachricht von Croppers Tod veränderte bald seine gesamte Perspektive auf den Aufnahmeprozess.

„Sofort konnte ich etwas in meinem Kopf hören“, sagte May dem Sender.

Er entschied, dass der Track zu einer von Herzen kommenden Hommage an Cropper werden musste. Das Endergebnis ehrt ein bleibendes musikalisches Erbe, das unzählige Rockmusiker auf der ganzen Welt beeinflusst hat.

Neben diesem emotionalen Song schloss sich May auch mit dem 95-jährigen Schauspieler William Shatner zusammen. Die beiden Ikonen schufen einen harten Track, der von der Poesie Dylan Thomas‘ inspiriert ist.

Shatner hörte sich die fertige Aufnahme live über einen Videoanruf an. „Er war total Feuer und Flamme“, erinnerte sich May.

Der Gitarrist merkte an, dass der erfahrene Schauspieler die energiegeladene Gitarrenarbeit durch und durch liebte und unglaubliche Leidenschaft in das einzigartige Studioprojekt einbrachte.

Schlechte Ideen ablehnen

Während der Sendung nahm sich May die Zeit, mehrere Fanfragen über seine Jahrzehnte im Musikgeschäft zu beantworten. Ein neugieriger Zuhörer fragte, ob Frontmann Freddie Mercury jemals eine Idee vorgeschlagen habe, die der Rest der Band ablehnte.

Mercury schlug einmal vor, ein Queen-Album „Good“ zu nennen. Diese Idee kam genau zu dem Zeitpunkt, als Popstar Michael Jackson sein riesiges Hit-Album „Bad“ veröffentlichte.

„Und da war eine Art Stille im Raum“, sagte May, als der Rest der Band erkannte, dass ein Scherztitel wahrscheinlich ein furchtbarer Schachzug war.

Die Diskussion wandte sich dann dem heiß ersehnten Thema der Neuauflagen von Queen-Alben zu. May enthüllte, dass klassische Platten wie „Sheer Heart Attack“ in absehbarer Zeit keine vollständigen Neuaufnahmen erhalten werden.

Er erklärte, dass der ursprüngliche Mix heute noch unglaublich gut funktioniert. Dennoch können engagierte Fans zukünftige Box-Sets voller unveröffentlichter Schätze und vergessener Studio-Outtakes erwarten.

May sprach auch über seine berühmte Red-Special-Gitarre. Er baute das einzigartige Instrument bekanntermaßen zusammen mit seinem Vater aus Holz, das aus einem alten Kamin stammte.

Er merkte an, dass kommerzielle Fender-Gitarren für seinen Spielstil zu dünn klangen, während Gibson-Modelle sich zu dunkel anfühlten.

Die maßgeschneiderte Kreation lieferte die vielseitige Bandbreite an Tönen, die letztendlich dazu beitrug, die Rockgeschichte zu definieren.

Quelle: Planet Rock