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Großbritannien gründet Agentur gegen Fake News: Trump kritisiert Haltung zu Moskau

Großbritannien gründet Agentur gegen Fake News: Trump kritisiert Haltung zu Moskau
Screendump: Sky News / CNBC / YouTube

Beim Scrollen durch den Feed ist es schwer zu erkennen, was noch real ist. Ein gefälschtes Video oder eine verdrehte Nachricht kann unbemerkt die eigene Weltsicht verändern. Nun greift eine Regierung ein, um die Timeline zu bereinigen.

Großbritannien startet eine neue Behörde zur Bekämpfung ausländischer Desinformation. Premierminister Andy Burnham enthüllte am Dienstag bei den Vereinten Nationen Pläne für das Nationale Zentrum für Informationsverteidigung, schreibt The Guardian.

Das Ziel ist einfach: Sicherheitschefs, Polizei und Technologieplattformen werden zusammenarbeiten, um digitale Lügen zu stoppen.

Eine vergiftete Flut

Burnham warnte, dass feindliche Staaten künstliche Intelligenz nutzen, um Deepfakes zu verbreiten und Panik zu säen. Er zeigte direkt mit dem Finger auf Russland. Laut dem Premierminister gibt Moskau jährlich etwa 1,5 Milliarden Euro aus, um globale Meinungen zu manipulieren.

Großbritannien habe die Pflicht, „die vergiftete Flut“ dieser digitalen Angriffe einzudämmen, erklärte er. Er beschrieb die Bedrohung als eine „heimtückische Kampagne, die in die Häuser der Menschen vordringt und verdreht, was sie über ihr eigenes Land und ihre Gemeinschaft empfinden“.

Das digitale Schlachtfeld zielt auf diejenigen ab, die bereits Schwierigkeiten haben. Burnham merkte an, dass Bürger, die mit hohen Preisen zu kämpfen haben, besonders anfällig für Online-Manipulation seien.

The Guardian berichtet, dass russische Agenten zuvor die Logos der BBC gefälscht hätten, um extreme Geschichten zu verbreiten. Diese feindlichen Akteure würden oft Tragödien ausnutzen. „Wir wissen auch, dass sie versucht haben, Spannungen und Unruhen nach schrecklichen Ereignissen zu schüren“, sagte Burnham vor den Vereinten Nationen.

Gegenwind von Trump

Die Ankündigung wurde von politischem Drama begleitet. Während einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj äußerte sich Donald Trump zu dem Thema.

Der US-Präsident behauptete, die frühere Rhetorik des Vereinigten Königreichs sei Moskau gegenüber „zu hart“ gewesen. Er warnte, London „muss ein bisschen vorsichtig sein“.

Downing Street wies den Ratschlag umgehend zurück. Ein Sprecher erklärte, dass die russische Aggression Großbritannien nicht davon abhalten werde, der Ukraine zu helfen.

Großbritannien wolle diesen Kampf nicht alleine führen. Das neue Zentrum plane, seine Taktiken mit anderen europäischen Nationen zu teilen, die ähnlichen Bedrohungen ausgesetzt sind.

Emily Thornberry, Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, lobte den Schritt. Sie sagte der Zeitung, frühere Regierungen seien zu unorganisiert gewesen, um die Krise zu bewältigen. Wie Burnham den Vereinten Nationen versprach, werde das Vereinigte Königreich das nächste Jahrzehnt mit „offenen Augen“ angehen.

Quelle: The Guardian