Archäologen in Kolumbien haben die ersten Artefakte aus der Galeone San José geborgen — einem Schiffswrack, das seit Langem als „Heiliger Gral“ der Meere gilt — und damit einen jahrhundertealten Streit über den Besitz eines Schatzes neu entfacht, dessen Wert auf mehrere Milliarden geschätzt wird.
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Ein kolumbianisches Forschungsteam hat bekannt gegeben, dass frühe Ausgrabungen an der Fundstelle der San José ihre ersten Funde erbracht haben: eine Porzellantasse, drei Münzen und eine bemerkenswert gut erhaltene Bronzekanone.
Laut The Express handelt es sich dabei um den ersten greifbaren Beweis, der seit der modernen Identifizierung des Wracks im Jahr 2015 geborgen wurde.
Bemerkenswerter Fund
Die San José sank 1708 während eines britischen Angriffs und stürzte fast 2.000 Fuß tief auf den Grund der Karibik. Historiker gehen davon aus, dass das Schiff bis zu 11 Millionen Gold- und Silbermünzen, große Mengen Smaragde und weitere königliche Ladung für König Philipp V. von Spanien beförderte.
Schätzungen belaufen den Gesamtwert auf rund 20 Milliarden Dollar — und machen es damit zum wertvollsten je entdeckten Schiffswrack berichtet Reuters.
Umstrittener Schatz
Die Fundstelle ist seit Jahrzehnten Gegenstand internationaler Rechtsstreitigkeiten. Spanien beansprucht historisches Eigentum an der Galeone und ihrer Ladung, während Kolumbien territoriale Rechte geltend macht.
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Eine amerikanische Investorengruppe, Sea Search Armada, behauptet zudem, sie habe die Position des Wracks bereits 1982 entdeckt und verfolgt den Anspruch weiterhin vor Gericht, berichtet Sky News.
Wegen dieser Streitigkeiten bleiben die genauen Koordinaten der Galeone ein kolumbianisches Staatsgeheimnis. Behörden betonen, dass die laufende Mission rein wissenschaftlichen Zwecken diene und das Wrack nicht geborgen werden solle.
Tragödie auf See
Das Kriegsschiff fand sein Ende nach einer Konfrontation mit einem englischen Geschwader unter der Führung von Charles Wager, der später Erster Lord der Admiralität wurde.
Zeitgenössische Berichte deuten darauf hin, dass die Pulverkammern der San José während des Angriffs explodierten, obwohl kolumbianische Behörden die Möglichkeit struktureller Schäden als ergänzenden Faktor in Betracht ziehen.
The Express berichtet, dass sich mehr als 600 Seeleute an Bord befanden — nur 11 überlebten.
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Frühe Artefakte deuten auf größere Entdeckungen hin
Das kolumbianische Kulturministerium erklärt, dass die bisher geborgenen Objekte nur einen winzigen Bruchteil dessen darstellen, was auf dem Meeresgrund liegt.
Dennoch bezeichnen Forscher den Fund als bedeutenden Meilenstein in einem der umstrittensten und zugleich gefeiertsten maritimen Rätsel der Geschichte — ein Schiffswrack, dessen legendärer Status weiter wächst, je mehr Fragmente aus der Tiefe zutage treten.
Quellen: Sky News – Reuters