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China besteuert Kondome im zuge der bemühungen, den geburtenrückgang umzukehren

china kina Xi Jinping
Octavio Hoyos / Shutterstock.com

China hat einen neuen Schritt unternommen, um dem seit Langem anhaltenden Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken, und im Rahmen eines breiteren Vorstoßes zur Förderung höherer Geburtenraten die Steuerpolitik angepasst. Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen in Peking über demografische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft.

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Beamte haben signalisiert, dass weitere Maßnahmen folgen könnten, da die Geburtenraten weiter sinken.

Steueränderung tritt in Kraft

Nach Angaben von Reuters hat China zum 1. Januar eine Steuerbefreiung für Verhütungsmittel und entsprechende Arzneimittel aufgehoben und damit eine rund 30 Jahre alte Regelung beendet.

Kondome und Verhütungspillen unterliegen nun einer Mehrwertsteuer von 13 Prozent, dem Standardsatz, der in dem Land auf die meisten Konsumgüter erhoben wird. Mit der Änderung werden diese Produkte den allgemeinen Steuervorschriften angepasst.

Die Entscheidung spiegelt die Bemühungen der Regierung wider, fiskalische Instrumente zur Beeinflussung des demografischen Verhaltens einzusetzen, da das Bevölkerungswachstum weiterhin schwach bleibt.

Demografischer Druck

Chinas Bevölkerung ist 2024 zum dritten Mal in Folge geschrumpft, berichtete Reuters, was das Ausmaß der Herausforderung für die politischen Entscheidungsträger verdeutlicht. Experten warnen, dass sich der Abwärtstrend ohne nachhaltige Gegenmaßnahmen fortsetzen dürfte.

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Sinkende Geburtenraten gelten weithin als Risiko für das langfristige Wirtschaftswachstum, das Arbeitskräfteangebot und die Tragfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Das Thema ist auf der politischen Agenda weiter nach oben gerückt, da China mit einem langsameren Wachstum und einer alternden Gesellschaft konfrontiert ist.

Breitere Anreize

Die Steueränderung folgt auf eine Reihe von Maßnahmen, die im vergangenen Jahr eingeführt wurden, um das Familienleben erschwinglicher zu machen. Nach Angaben von Reuters hat China Zuschüsse für Kinderbetreuung von der Einkommensteuer befreit und eine jährliche Kinderbetreuungszulage eingeführt.

Zudem förderten die Behörden sogenannte „fruchtbarkeitsfreundliche“ Maßnahmen, darunter die Aufforderung an Universitäten und Hochschulen, eine „Liebesbildung“ anzubieten, die Ehe, Familie und Kinderkriegen in einem positiven Licht darstellen soll.

Auf der Zentralen Wirtschaftskonferenz im vergangenen Monat bekräftigten die Spitzenpolitiker erneut ihr Ziel, „positive Einstellungen zu Ehe und Kinderkriegen“ zu fördern, um die Geburtenraten zu stabilisieren.

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Langfristige Ursachen

Chinas rückläufige Geburtenrate hat tiefe Wurzeln. Die Ein-Kind-Politik, die von 1980 bis 2015 in Kraft war, prägte die Familienplanung über Generationen hinweg.

Eine rasche Urbanisierung, steigende Lebenshaltungskosten und Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt haben viele junge Menschen zusätzlich davon abgehalten, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Hohe Kosten für Kinderbetreuung und Bildung werden ebenfalls als wesentliche Hürden genannt.

Trotz der jüngsten politischen Kurswechsel sagen Analysten, dass die Umkehr jahrzehntelanger demografischer Trends Zeit benötigen und möglicherweise umfassendere Unterstützung für Familien erfordern wird.

Quellen: Reuters

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