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Könnte das Leben auf einem Gesteinsbrocken vom Mars zur Erde gelangt sein?

Mars rover on the surface of Mars
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Ein neues Laborexperiment verleiht einer der ungewöhnlichsten Möglichkeiten der Wissenschaft mehr Gewicht: dass Leben zwischen Planeten reisen kann. Forschende haben untersucht, ob mikroskopische Organismen den gewaltsamen Schock überleben könnten, wenn sie ins All geschleudert werden.

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Wissenschaftler der Johns Hopkins University haben ein ungewöhnliches Experiment durchgeführt, das sich einer Frage widmet, die Forschende seit Jahrzehnten fasziniert: Könnte mikroskopisches Leben die enormen Kräfte überstehen, die für eine Reise zwischen Planeten erforderlich sind?

Die Studie legt nicht nahe, dass Menschen buchstäblich vom Mars stammen. Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass einige Mikroben deutlich härtere Bedingungen überstehen könnten, als Wissenschaftler bisher angenommen haben.

Test eines extrem widerstandsfähigen Mikroorganismus

Laut Daily Star konzentrierten die Forschenden ihre Arbeit auf Deinococcus radiodurans, ein Bakterium, das unter Mikrobiologen für seine Widerstandsfähigkeit berühmt ist. Es weckt seit Langem das Interesse von Astrobiologen, weil es Strahlung, extreme Trockenheit und andere Umweltbelastungen überstehen kann, die die meisten Organismen töten würden.

Um seine Grenzen zu testen, setzte das Team den Mikroorganismus plötzlichen Ausbrüchen intensiven Drucks aus, die durch Hochgeschwindigkeitsstöße in Laborgeräten erzeugt wurden, die den Schock einer planetaren Kollision nachahmen sollen. Das Szenario, das die Forschenden nachstellen wollten, ist der Moment, in dem ein Asteroid auf einen Planeten trifft und Gesteinsfragmente ins All schleudert.

Das Ergebnis überraschte das Forschungsteam.

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„Wir erwarteten, dass es bei diesem ersten Druck tot sein würde“, sagte Dr. Lily Zhao, eine NASA-Stipendiatin an der Johns Hopkins University, die die Arbeit leitete, gegenüber The Telegraph.

Stattdessen überlebte das Bakterium weiter, während der Druck zunahm. „Wir begannen, es immer schneller zu beschießen. Wir versuchten immer wieder, es zu töten, aber es war wirklich schwer zu töten.“

Ein hartnäckiger Mikroorganismus mag wie ein kleines Detail erscheinen. In der Astrobiologie ist es jedoch von großer Bedeutung.

Wenn Organismen den ersten Schock überleben können, wenn sie von einem Planeten weggeschleudert werden, wird eines der größten Hindernisse für eine interplanetare Übertragung weniger gravierend. Wissenschaftler bezeichnen diese Möglichkeit als Lithopanspermie – die Idee, dass sich Leben auf natürliche Weise zwischen Welten verbreiten könnte, indem Gesteinsbrocken durch Asteroideneinschläge ins All geschleudert werden.

Einige Teile dieses Szenarios sind bereits bekannt. Forschende haben Dutzende Meteoriten identifiziert, die auf der Erde gefunden wurden und vom Mars stammen. Das bestätigt, dass Fragmente des Roten Planeten schließlich unsere Welt erreichen können.

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Der Mars zieht besondere Aufmerksamkeit auf sich, weil Hinweise von Raumsonden darauf hindeuten, dass der Planet vor Milliarden Jahren einst Flüsse, Seen und vielleicht sogar Ozeane besaß. NASAs Rover Perseverance erkundet derzeit einen uralten Seeboden im Jezero-Krater und sucht nach chemischen Spuren, die auf früheres mikrobielles Leben hinweisen könnten.

Das ist jedoch noch weit davon entfernt zu beweisen, dass Leben auf dem Mars entstand oder von dort hierher gelangte. Das neue Experiment, schreiben die britischen Zeitungen, zeigt lediglich, dass bestimmte Mikroben möglicherweise einen brutalen Schritt dieser Reise überstehen könnten.

Zhao räumte die Unsicherheit in Kommentaren ein, über die The Telegraph berichtete.

„Wir haben gezeigt, dass es möglich ist, dass Leben großskalige Einschläge und das Herausschleudern überlebt. Das bedeutet, dass Leben potenziell zwischen Planeten wandern kann. Vielleicht sind wir Marsianer.“

Im Moment bleibt die Idee spekulativ. Doch Experimente wie dieses verwandeln eine einst rein theoretische Debatte langsam in etwas, das Wissenschaftler im Labor testen können.

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Quellen: Daily Star, The Telegraph