Während die diplomatischen Bemühungen hinter den Kulissen nur schleppend vorankommen, haben deutliche Äußerungen aus dem Weißen Haus neue Spannungen in die ohnehin fragilen Friedensgespräche über die Ukraine getragen. Die Kommentare fallen in eine Phase anhaltender Kämpfe und wachsender Unsicherheit darüber, ob die Verhandlungen erfolgreich sein können.
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Die Äußerungen unterstreichen, wie weit öffentliche Rhetorik und stille Diplomatie weiterhin auseinanderliegen.
Anhaltende Kämpfe
Laut der Kyiv Independent hat Russland in den vergangenen Monaten seine Angriffe auf ukrainische Städte weiter intensiviert, wobei sich die Schläge zunehmend gegen die Energieinfrastruktur des Landes richten.
Ukrainische Vertreter erklären, die Angriffe hätten die Belastung für die Zivilbevölkerung mit dem Fortschreiten des Winters weiter erhöht und erschwerten jede Aussicht auf eine kurzfristige Waffenruhe.
Die anhaltende Gewalt hat bei Beobachtern Zweifel daran geweckt, ob Gespräche vorankommen können, solange die Kampfhandlungen eskalieren.
Trumps Kritik
Vor diesem Hintergrund kritisierte US-Präsident Donald Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin am 3. Januar öffentlich.
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„Ich bin nicht begeistert von Putin. Er tötet zu viele Menschen“, sagte Trump laut der Kyiv Independent während einer Pressekonferenz, auf der er die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro bekannt gab.
Trump deutete zugleich an, dass die Verhandlungen Fortschritte machten, und sagte Reportern: „Ich glaube, dass wir vorankommen, aber das ist ein Krieg, der niemals hätte stattfinden dürfen.“
Bemühungen um Friedensgespräche
Nach Angaben der Kyiv Independent führt die Trump-Regierung Gespräche mit ukrainischen und russischen Vertretern im Rahmen eines von den USA geführten Versuchs, eine Vereinbarung im nahezu vier Jahre andauernden umfassenden Krieg zu vermitteln.
Die Ukraine hat dabei eine vorsichtige Haltung eingenommen. Präsident Wolodymyr Selenskyj legte am 23. Dezember einen überarbeiteten 20-Punkte-Friedensrahmen vor, nachdem ein früherer, von den USA unterstützter 28-Punkte-Plan von Kiew als „Kapitulation“ abgelehnt worden war.
Trotz der Teilnahme an Gesprächen hat Moskau Vorschläge für eine Waffenruhe wiederholt zurückgewiesen, wobei Putin weitreichende Forderungen zur Beendigung des Krieges aufrechterhält.
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Warnung aus Kiew
Der ukrainische Auslandsgeheimdienst gab am 2. Januar eine Warnung heraus und erklärte laut der Kyiv Independent, Russland bereite möglicherweise „eine groß angelegte Provokation mit menschlichen Opfern“ vor, um die von den USA vermittelten Gespräche zu sabotieren.
Die Behörde teilte mit, sie gehe mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ davon aus, dass russische Spezialdienste um den 7. Januar herum eine bewaffnete Provokation inszenieren könnten, ein Datum, das nach dem julianischen Kalender Weihnachten markiert.
Es wurde gewarnt, dass ein religiöser Ort oder ein anderer symbolisch bedeutsamer Schauplatz Ziel eines Angriffs sein könnte.
Ungewisser weiterer Verlauf
Während Washington weiterhin Optimismus signalisiert, verdeutlicht die Kombination aus anhaltenden Angriffen, öffentlichen Warnungen aus Kiew und scharfer Rhetorik Trumps den fragilen Zustand der Verhandlungen.
Vorerst bleibt die Kluft zwischen diplomatischen Ambitionen und den Realitäten vor Ort groß.
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Quellen: Kyiv Independent