Nicolás Maduro war lange Zeit ein Name, der vor allem Diplomaten, Analysten und Venezolanern im politischen Krisenalltag bekannt war.
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Das änderte sich schlagartig, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Festnahme aus Venezuela angeordnet hatte und der Staatschef damit weltweit in die Schlagzeilen geriet.
Mit zunehmender Aufmerksamkeit helfen diese fünf Fakten zu erklären, wer Maduro ist und wie er an diesen Punkt gelangte.
1. Wurzeln in der Arbeiterklasse
Nicolás Maduro wurde am 23. November 1962 im Arbeiterstadtteil El Valle in Caracas geboren.
Er wuchs in einem Umfeld auf, das von Gewerkschaftsbewegung und linker Politik geprägt war.
Sein Vater, Nicolás Maduro García, war Gewerkschaftsführer, seine Mutter Teresa de Jesús Moros zog vier Kinder groß.
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Maduro hat erklärt, seine Großeltern seien sephardische Juden gewesen, die nach ihrer Ansiedlung in Venezuela zum Katholizismus konvertierten.
Er besuchte die öffentliche Schule Liceo José Ávalos, wo er sich in der Schülerpolitik engagierte, es gibt jedoch keine offiziellen Unterlagen, die einen Abschluss bestätigen.
2. Politik vor der Macht
Bevor er in die nationale Politik eintrat, arbeitete Maduro als Busfahrer und Gewerkschaftsorganisator. Er sagte, sein Weltbild sei stark vom Aktivismus seines Vaters geprägt worden.
Maduro sprach auch über kulturelle Interessen und erklärte einmal, er habe westliche Rockmusik gemocht und häufig John Lennon zitiert.
Diese frühen Erfahrungen formten seine politische Identität lange vor dem Einzug in den Präsidentenpalast.
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3. Kein eindeutiger Erbe von Chávez
Hugo Chávez, der die venezolanische Politik nach seinem Wahlsieg 1998 grundlegend veränderte, starb im März 2013 an Krebs. Maduro gewann später die Wahl nach Chávez’ Tod.
Der Übergang verlief jedoch nicht reibungslos. Nach Angaben der Encyclopaedia Britannica focht der Oppositionsführer Henrique Capriles das Ergebnis an und forderte eine vollständige Neuauszählung wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten.
Maduro gewann schließlich mit knappem Vorsprung, was die politische Polarisierung weiter vertiefte.
4. Der Drohnenangriff
Im August 2018 überlebte Maduro einen Anschlagsversuch während einer Militärparade in Caracas. Mit Sprengstoff beladene Drohnen wurden in Richtung der Bühne geflogen, auf der er eine Rede hielt.
Er blieb unverletzt, und Venezuelas Innenminister erklärte, sechs Personen seien im Zusammenhang mit dem Komplott festgenommen worden.
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CNN berichtete später, dass ein mit dem Fall in Verbindung stehender Verdächtiger im Oktober 2018 starb, nachdem er aus dem zehnten Stock eines Gebäudes gefallen war. Die Behörden bezeichneten den Tod als Suizid.
5. Eine Hingabe, die seine Präsidentschaft prägte
Ein ungewöhnlicher Aspekt von Nicolás Maduros Privatleben ist seine spirituelle Verbundenheit mit der indischen Religionsfigur Sai Baba.
Dieser Glaube wurde ihm durch seine Ehefrau Cilia Flores nahegebracht und wurde später Teil seiner öffentlichen Identität.
Maduros Verbindung zu Sai Baba wurde nach einem Besuch in Indien im Jahr 2005 bekannt. Mit der Zeit tauchte die Symbolik des spirituellen Führers in der Sprache und den Ritualen von Maduros politischem Leben auf.
Als Sai Baba 2011 starb, war Maduro Außenminister Venezuelas.
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Er setzte sich dafür ein, dass das Land eine offizielle Trauer ausrief, ein seltener Schritt beim Tod einer nicht-venezolanischen spirituellen Persönlichkeit und weltweit unter Regierungen kaum üblich.