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Das glücklichste Land der Welt hat die größte Arbeitslosenquote der EU

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Finnland gilt seit Jahren als globales Vorzeigeland für Lebensqualität. Im World Happiness Report wurde das nordische Land bereits acht Jahre in Folge als das glücklichste der Welt eingestuft. Umso größer ist der Kontrast zu den jüngsten Arbeitsmarktdaten aus Europa.

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Besonders deutlich wird die Spaltung beim Blick auf einzelne Länder. Deutschland zählt weiterhin zu den Staaten mit niedriger Arbeitslosigkeit, während Finnland zuletzt an die Spitze der Negativrangliste gerückt ist.

Nach Angaben von Eurostat, über die Finanzen.net unter Berufung auf dpa berichtet, lag die Arbeitslosenquote in Deutschland im November bei 3,8 Prozent. Spanien hingegen kam auf 10,4 Prozent, bleibt damit zwar eines der Länder mit hoher Arbeitslosigkeit, wurde aber erstmals von Finnland überholt.

Diese Unterschiede verdeutlichen, dass sich wirtschaftliche Abschwünge und Erholungsphasen in Europa sehr unterschiedlich auswirken.

Eurozone im Überblick

Auf Ebene des Euroraums zeigt sich ein moderat positives Signal. Wie Finanzen.net unter Berufung auf dpa berichtet, sank die Arbeitslosenquote im November überraschend auf 6,3 Prozent.

Damit lag sie unter den Erwartungen von Volkswirten, die im Schnitt mit 6,4 Prozent gerechnet hatten. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies einen Rückgang um 0,1 Prozentpunkte.

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Stellenabbau durch Outsourcing

Zusätzliche Belastungen für den europäischen Arbeitsmarkt ergeben sich durch die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Euronews berichtet unter Berufung auf einen Eurostat-Bericht, dass zwischen 2021 und 2023 EU-weit rund 150.000 Stellen durch Outsourcing verloren gingen.

Damit überstieg der Stellenabbau die Zahl neu geschaffener Arbeitsplätze deutlich. Der Abbau war etwa dreimal so hoch wie die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze. Besonders stark betroffen waren mehrere Länder in Mitteleuropa.

In absoluten Zahlen wies Deutschland laut Euronews mit etwa 50.000 verlorenen Arbeitsplätzen den größten Nettoverlust auf, noch vor Frankreich und Italien.

Finnland unter Druck

Am angespanntesten ist die Lage derzeit in Finnland. Der finnische Sender Yle berichtet unter Verweis auf Eurostat-Daten, dass das Land im November mit 10,6 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in der EU verzeichnete.

Spanien, lange Zeit Spitzenreiter, rutschte knapp hinter Finnland auf Platz zwei. Auch Schweden gehört weiterhin zu den Ländern mit besonders hohen Quoten, wie Yle unter Verweis auf Eurostat-Daten berichtet.

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Nach Einschätzung des finnischen Arbeitsministeriums spielen strukturelle Faktoren eine zentrale Rolle. Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber hätten Kosten gesenkt und Personal abgebaut, während gleichzeitig mehr Menschen Arbeit suchten, berichtet Yle.

Vorsichtiger Ausblick

Trotz der düsteren Zahlen gibt es Anzeichen für eine mögliche Entspannung. Yle berichtet, dass für das laufende Jahr in Finnland mit einer allmählichen Verbesserung gerechnet wird, unter anderem durch neue Stellen in Teilen der Industrie.

Die Kombination aus stabilen Eurozonen-Daten, nationalen Strukturproblemen und dem anhaltenden Druck durch Outsourcing zeigt jedoch, wie komplex die Lage ist. Europas Arbeitsmarkt steht damit vor der Herausforderung, wirtschaftliche Unterschiede auszugleichen, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.

Quellen: dpa, Finanzen.net, Euronews, Eurostat, Yle

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