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Volvo will Reichweitenangst mit seinem nächsten Elektro-SUV abbauen

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Volvo Cars setzt darauf, dass mehr Reichweite und schnelleres Laden diese Zurückhaltung überwinden können.

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Für viele Autofahrer geht es bei Elektrofahrzeugen längst nicht mehr um Leistung oder Preis, sondern um Vertrauen. Die Sorge, mit leerem Akku fernab einer Ladesäule stehenzubleiben – allgemein als Reichweitenangst bekannt – ist weiterhin einer der wichtigsten Gründe, warum manche Käufer dem Umstieg auf Elektromobilität zögern.

Volvo Cars setzt darauf, dass mehr Reichweite und schnelleres Laden diese Zurückhaltung überwinden können.

Der schwedische Automobilhersteller erklärte, sein kommender mittelgroßer Elektro-SUV EX60 werde eine Reichweite von bis zu 810 Kilometern mit einer einzigen Ladung bieten – deutlich mehr als die meisten Fahrzeuge dieser Klasse derzeit erreichen. Das Modell soll laut Reuters noch in diesem Monat vorgestellt werden.

Warum Reichweitenangst weiterhin relevant ist

Die Reichweitenangst begleitet die Elektromobilität seit ihren Anfängen und hat sich nicht so schnell aufgelöst, wie viele Hersteller gehofft hatten. Während Stadtbewohner mit eigener Lademöglichkeit oft gut mit kleineren Batterien auskommen, bleiben längere Fahrten ein Unsicherheitsfaktor – insbesondere in Ländern wie den USA, wo tägliche Fahrdistanzen größer sind und die Ladeinfrastruktur außerhalb großer Ballungsräume lückenhaft sein kann.

Bedenken hinsichtlich Ladeverfügbarkeit, Ladegeschwindigkeit und dem Risiko des Liegenbleibens bewegen einige Käufer weiterhin dazu, Plug-in-Hybride reinen Elektrofahrzeugen vorzuziehen. Aus diesem Grund ist es Automobilherstellern weltweit schwergefallen, frühes Interesse an E-Autos in eine nachhaltige Massenadoption zu überführen, berichtete Reuters.

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Ein Schritt über die üblichen Reichweiten hinaus

Volvo zufolge übertrifft die Allradversion des EX60 die etwa 600 Kilometer Reichweite, die für die meisten heute erhältlichen mittelgroßen Elektro-SUVs typisch sind. Einige Modelle, vor allem in China, werben bereits mit ähnlichen oder höheren Reichweiten, darunter Teslas Model Y in der Langstreckenversion und Geelys Zeekr 7X.

Dennoch argumentiert Volvo, dass das Überschreiten der psychologischen Marke von 500 Meilen ebenso wichtig sei wie die technische Leistung selbst.

„Wir wollten uns mit den Herausforderungen befassen, denen Kunden beim Besitz und bei der Nutzung von Elektrofahrzeugen begegnen, und die Reichweitenangst ist eines der zentralen Themen, die wir angehen wollten“, sagte Akhil Krishnan, Leiter des EX60-Programms bei Volvo, gegenüber Reuters.

Schnellladen als zweite Absicherung

Reichweite allein löst das Problem nicht, wenn Fahrer weiterhin lange Ladepausen einlegen müssen. Volvo erklärte, der EX60 könne unter optimalen Bedingungen in etwa zehn Minuten bis zu 340 Kilometer Reichweite nachladen, sodass kurze Stopps für eine deutliche Aufladung ausreichen.

Diese Kombination aus großer Reichweite und schnellem Laden gilt zunehmend als entscheidend für Elektrofahrzeuge, die sich an den Massenmarkt richten und nicht nur an frühe Technikenthusiasten.

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Ein Schlüsselmodell für Volvos Elektrostrategie

Der EX60 ist der vollelektrische Nachfolger des Bestsellers XC60 und das erste Fahrzeug, das auf Volvos reiner Elektroplattform basiert. Vollständige Preis- und Ausstattungsdetails sollen am 21. Januar bekannt gegeben werden.

Volvos jüngste Elektrooffensive war von Rückschlägen geprägt, darunter Softwareprobleme, Lieferkettenstörungen und zollbedingte Verzögerungen bei Modellen wie dem EX30 und dem EX90. Zudem kündigte das Unternehmen eine Rückrufaktion für bestimmte EX30-Fahrzeuge der Baujahre 2024 bis 2026 an, da ein seltenes Überhitzungsrisiko im Extremfall zu Batteriebränden führen könnte.

Vor diesem Hintergrund ist der EX60 mehr als nur eine weitere Modellneuheit. Er gilt als Prüfstein dafür, ob ein gezielter Angriff auf die Reichweitenangst skeptische Käufer überzeugen kann – insbesondere in Märkten, in denen große Distanzen das Fahrverhalten weiterhin prägen.

Quellen: Reuters

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