Putins Image als starker und entschlossener Anführer war lange ein zentraler Bestandteil der politischen Strategie des Kremls.
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Sorgfältig inszenierte öffentliche Auftritte, Demonstrationen militärischer Stärke und das Narrativ, Russlands globalen Einfluss wiederherzustellen, wurden über Jahre genutzt, um das Bild eines fest kontrollierenden Staatschefs zu stärken.
Jüngste Umfragen deuten jedoch darauf hin, dass dieses sorgfältig aufgebaute Image in der russischen Bevölkerung zunehmend auf Skepsis stößt.
Schwindendes Vertrauen
Eine neue Umfrage zeigt, dass immer mehr Russen Präsident Wladimir Putin inzwischen als einen schwachen Anführer ansehen, der zu vorsichtig auf die Handlungen von US-Präsident Donald Trump reagiert hat.
Laut einer Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts WZIOM sagten nur 32,1 Prozent der Befragten, Putin sei der Politiker, dem sie zutrauen würden, die wichtigsten Staatsangelegenheiten des Landes zu regeln.
Obwohl Putin weiterhin den ersten Platz unter russischen Politikern belegte, stellt das Ergebnis den niedrigsten Wert dar, der in vergleichbaren Umfragen seit Beginn der Invasion der Ukraine im Februar 2022 verzeichnet wurde.
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Außenminister Sergej Lawrow belegte in der Umfrage den zweiten Platz.
Frustration über den Krieg
Der Rückgang des Vertrauens kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Krieg in der Ukraine aus russischer Sicht weitgehend festgefahren ist.
Russische Truppen haben nur begrenzte Fortschritte im Osten der Ukraine erzielt, insbesondere in Teilen der Region Donezk.
Gleichzeitig behaupten ukrainische Behörden, dass russische Truppen in Gebieten der Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja Positionen verloren haben.
Die Ukraine griff außerdem kürzlich mit von Großbritannien gelieferten Storm-Shadow-Raketen eine Fabrik für elektronische Komponenten von Raketen in der russischen Region Brjansk an. Der Angriff soll zivile Opfer gefordert haben.
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Globale Rückschläge
Analysten sagen, dass auch mehrere geopolitische Entwicklungen zur Wahrnehmung von Schwäche beigetragen haben.
Die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte Anfang Januar wurde als schwerer Rückschlag für Moskau angesehen, das seine Regierung lange unterstützt hatte.
Russland sieht sich zudem mit Unsicherheit über die Zukunft seines Bündnisses mit dem Iran konfrontiert, während der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Teheran weiter anhält.
Die Tötung des iranischen Obersten Führers Ali Chamenei wurde von einigen kremlnahen Analysten als Warnung an autoritäre Regierungen beschrieben, die mit Moskau kooperieren.
Druck auf Verbündete
Einige Russen glauben, dass andere Verbündete Moskaus ähnlichem Druck aus Washington ausgesetzt sein könnten.
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Kuba wird häufig als mögliches nächstes Ziel amerikanischen Einflusses genannt.
Gleichzeitig wurden mehrere Tanker, die mit Russlands sogenannter Schattenflotte in Verbindung stehen, von Behörden in den USA und Europa beschlagnahmt. Moskau reagierte darauf hauptsächlich mit diplomatischen Protesten.
Kritiker sagen, diese Entwicklungen hätten bei einigen Russen den Eindruck verstärkt, dass der Kreml seine Verbündeten und Interessen nicht wirksam verteidigt habe.
Seltene öffentliche Auftritte
Putin hat in den vergangenen Monaten zudem relativ wenige öffentliche Auftritte absolviert.
In einer seiner seltenen Botschaften in diesem Jahr wandte sich der russische Präsident am 8. März zum Internationalen Frauentag an die Nation.
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Während der Aufnahme begann er zu husten und musste die Botschaft wiederholen, obwohl die erste Aufnahme versehentlich ausgestrahlt wurde.
Quellen: EFE, Agerpres, Digi24