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Öl und Gas leiden – doch Russlands Kohleindustrie steckt in einer noch tieferen Krise

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Bis Ende November 2025 galten drei von vier Kohleproduzenten in Russland als unrentabel.

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Russlands Wirtschaft zeigt zunehmende Anzeichen von Stress, da der lang anhaltende Krieg in der Ukraine weiterhin die Staatsfinanzen belastet und die Privatwirtschaft unter Druck setzt.

Westliche Sanktionen, steigende Preise und eine restriktivere Kreditvergabe haben dazu geführt, dass mehrere Schlüsselsektoren in Schwierigkeiten geraten sind und selbst aus dem Kreml zunehmend deutliche Warnungen kommen.

Hinzu kommt die anhaltende ukrainische Kampagne, die gezielt die russische Öl- und Gasindustrie angreift.

Vor allem jedoch befindet sich die russische Kohleindustrie in einer tiefen Krise.

Gewinne brechen ein

Im März 2025 zitierte das ukrainische Medium Espreso eine Analyse von Resurgam, wonach die Gewinne im russischen Kohlesektor seit Mitte 2024 innerhalb nur eines Jahres um 65 % eingebrochen sind.

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Im Dezember 2025 berichtete die BBC, dass die russische Kohleindustrie vor ihrer schwersten Krise seit mehr als drei Jahrzehnten steht.

Unter Berufung auf Daten der Zentralen Leitstelle des Brennstoff- und Energiekomplexes schrieb die BBC, dass insbesondere die russischen Kohleexporte in den vergangenen Jahren zurückgegangen seien, während die Inlandsversorgung zugenommen habe.

Offizielle Zahlen zeigen, dass die Kohleförderung drei Jahre in Folge gesunken ist – von 445 Millionen Tonnen im Jahr 2022 auf 436 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr –, während die Exporte im selben Zeitraum um 15 % zurückgingen.

13 % der inländischen Stromerzeugung

Nach Angaben von Yakovpartners wird Kohle zur Erzeugung von etwa 13 % des inländischen Stroms in Russland genutzt.

Während sich der Krieg in der Ukraine hinzieht und nun in sein fünftes Jahr geht und die Ukraine weiterhin die russische Öl- und Gasindustrie ins Visier nimmt, gewinnt Kohle für den russischen Binnenmarkt weiter an Bedeutung.

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Zudem ist der internationale Preis für Kohle derzeit sehr niedrig. Das bedeutet, dass Russland sich voraussichtlich stärker auf den Export von Gas und Öl konzentrieren wird, um Einnahmen zu erzielen, während Kohle eher für den heimischen Verbrauch genutzt werden dürfte.

Laut dem Bericht von Yakovpartners wird der Pro-Kopf-Energieverbrauch in Russland bis 2050 voraussichtlich um 0,6 % steigen.

Kohle am Abgrund

Im Oktober berichtete die Financial Times, dass 23 Kohleunternehmen in Russland geschlossen wurden und mehr als 50 weitere von der Insolvenz bedroht seien.

Die Zeitung schrieb, dass der Sektor in den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 Verluste in Höhe von 225 Milliarden Rubel (2,1 Milliarden Pfund) verzeichnet habe.

Bis Ende November 2025 waren laut der russischen Nachrichtenagentur Tass 74 % der Kohleproduzenten unprofitabel.

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Die russische Regierung führte im vergangenen Jahr ein Rettungspaket ein, das unter anderem Steuererleichterungen und subventionierte Bahntarife umfasste. Analysten zufolge bleiben jedoch strukturelle Probleme im Zusammenhang mit Sanktionen und Kriegsausgaben ungelöst.

Quellen: Espreso, Financial Times, BBC, Tass, Yakovpartners