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Katar warnt: Ölpreis könnte auf rund 140 Euro steigen, wenn der Konflikt im Nahen Osten die Versorgung stört

Oil prices go up
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Ein schmaler maritimer Korridor im Persischen Golf steht erneut im Zentrum globaler Marktängste.

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Während sich der Konflikt in Teilen des Nahen Ostens ausweitet, beobachten Energiehändler und politische Entscheidungsträger genau, ob Anzeichen für Versorgungsstörungen auftreten könnten, die sich auf die Weltwirtschaft auswirken.

Die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit internationalen Schifffahrtsrouten verbindet, transportiert etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen. Jede Bedrohung dieser Route wirkt sich in der Regel schnell auf die Preise für Rohöl und Gas sowie auf die Kosten für Schifffahrt und Versicherungen aus.

Diese Sensibilität ist an den Märkten bereits sichtbar. Der Brent-Ölpreis stieg in dieser Woche auf rund 82 Euro pro Barrel, berichtete die Daily Mail, nachdem er über weite Teile des Jahres zwischen etwa 55 und 60 Euro gehandelt worden war. Während des Energieschocks 2022 nach Russlands Invasion in der Ukraine stiegen die Preise zeitweise über 110 Euro.

Die Warnung aus Doha verstärkt die Besorgnis zusätzlich.

Laut der Financial Times erklärte Katars Energieminister Saad al-Kaabi, dass die Preise deutlich stärker steigen könnten, falls der Konflikt anhalte. Er warnte, dass der Ölpreis über 140 Euro pro Barrel steigen und „die Volkswirtschaften der Welt zu Fall bringen“ könnte.

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Fragile Route, globale Auswirkungen

Die Bedeutung des Golfs für die Energieversorgung geht weit über Rohöl hinaus. Katar ist der zweitgrößte Exporteur von verflüssigtem Erdgas weltweit und liefert etwa ein Fünftel des globalen LNG-Handels. Das Land spielt damit eine entscheidende Rolle auf den Energiemärkten in Asien und Europa.

Die Daily Mail berichtete, dass ein iranischer Drohnenangriff Anfang dieser Woche Katars größte Anlage für verflüssigtes Erdgas getroffen habe, was die Sorgen über breitere Störungen bei Produktion und Export verstärkte.

Auch Schiffsversicherer und Frachtunternehmen beobachten die Lage genau, da erhöhte Risiken in der Region die Versicherungsprämien für Öltanker und die Transportkosten für Treibstoff und andere Rohstoffe schnell in die Höhe treiben können.

Selbst kleine Unterbrechungen sind von Bedeutung.

Inflationssorgen kehren zurück

In von der Financial Times berichteten Kommentaren warnte al-Kaabi, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen weit über den Energiesektor hinausreichen würden.

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„Wenn dieser Krieg einige Wochen andauert, wird das weltweite BIP-Wachstum beeinträchtigt werden. Die Energiepreise werden für alle steigen.“

Er fügte hinzu: „Es wird zu Engpässen bei einigen Produkten kommen, und es wird eine Kettenreaktion von Fabriken geben, die nicht liefern können.“

Steigende Treibstoffkosten können Transportpreise und die Produktion von Düngemitteln rasch erhöhen, was sich wiederum auf Lebensmittel-Lieferketten und Verbraucherpreise auswirkt.

Doha mahnt zur Vorsicht

Der katarische Minister warnte zudem, dass Lieferstörungen auch dann anhalten könnten, wenn die Kämpfe nachlassen.

Er sagte der Financial Times, dass Produktionszyklen Wochen oder Monate benötigen könnten, um sich zu normalisieren, und dass weitere Produzenten im Persischen Golf bald Force majeure erklären könnten, falls die Exporte weiterhin unter Druck stehen.

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„Neben der Energie wird auch der gesamte übrige Handel zwischen dem [Persischen Golf] und der Welt zum Erliegen kommen, was erhebliche Auswirkungen auf die Volkswirtschaften des [Persischen Golfs] und auf alle Handelspartner weltweit haben wird.“

Für Märkte, die bereits empfindlich auf Inflation reagieren, ist das Risiko klar: Anhaltende Instabilität im Persischen Golf könnte einen regionalen Konflikt rasch in einen globalen wirtschaftlichen Schock verwandeln.

Quellen: Financial Times, Daily Mail