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GM streicht 1.100 Stellen, während das 6-Milliarden-Dollar-EV-Wagnis scheitert

GM streicht 1.100 Stellen, während das 6-Milliarden-Dollar-EV-Wagnis scheitert
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Tausende Beschäftigte stehen vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze, nachdem einer der weltweit größten Automobilhersteller eingeräumt hat, dass seine Strategie für Elektrofahrzeuge in ernsthafte Schwierigkeiten geraten ist.

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General Motors geht unter starkem Druck in das Jahr 2026, nachdem das Unternehmen umfangreiche Stellenstreichungen im Zusammenhang mit einer deutlichen Abschwächung der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen bestätigt hat. Der US-Autokonzern erklärte, er werde mehr als 1.100 gewerbliche Beschäftigte entlassen, während Teile seiner Expansionspläne im Bereich Elektromobilität zurückgefahren werden.

Der Schritt folgt auf eine nach Angaben von GM schwächer als erwartete Nachfrage nach Elektroautos, die milliardenschwere Belastungen ausgelöst und das Ergebnis erheblich beeinträchtigt hat.

Teurer Rückzug

GM bestätigte, dass das Unternehmen eine Belastung in Höhe von 6 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit der Reduzierung seiner Investitionen in Elektrofahrzeuge verbuchen wird. Als Hauptgrund nannte der Konzern eine „langsamere kurzfristige Akzeptanz von Elektrofahrzeugen“.

Branchenspezialisten schätzen, dass rund 4,2 Milliarden US-Dollar der Gesamtsumme auf stornierte Verträge und Vergleichszahlungen mit Zulieferern entfallen, von denen viele sich auf deutlich höhere Produktionsvolumina von Elektrofahrzeugen eingestellt hatten, bevor die Pläne geändert wurden.

Darüber hinaus rechnet GM damit, in den kommenden Quartalszahlen einen einmaligen Ergebniseffekt von rund 7,1 Milliarden US-Dollar auszuweisen.

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Werke betroffen

Die Stellenstreichungen haben bereits spürbare Auswirkungen auf den Betrieb. Das Werk Detroit-Hamtramck von GM soll nach den Entlassungen nur noch mit etwa der Hälfte seiner Gesamtkapazität laufen.

Analysten warnen, dass GM mit dem Rückzug nicht allein dasteht. Auch andere große Hersteller haben ihre Investitionen in Elektromobilität in den vergangenen Monaten verlangsamt, was Befürchtungen über weitergehende Arbeitsplatzverluste entlang der gesamten automobilen Lieferkette schürt.

Große Ambitionen, langsamere Realität

GM hatte seine Elektromobilitätsstrategie während der Amtszeit der Biden-Regierung deutlich ausgeweitet, als Elektrofahrzeuge im Zentrum der US-amerikanischen Klima- und Industriepolitik standen. Im Jahr 2021 kündigte das Unternehmen an, dass alle seine Pkw und Lkw bis 2035 emissionsfrei sein sollen.

Der Hersteller bietet derzeit 13 Elektromodelle über seine Marken hinweg an, darunter den Chevrolet Equinox EV, den Cadillac Escalade IQ und den GMC Hummer EV. Trotz dieses breiten Angebots ist die Nachfrage der Verbraucher nicht in dem Tempo gewachsen, das das Management einst erwartet hatte.

Politischer Kurswechsel verantwortlich gemacht

GM-Vorstandsvorsitzende Mary Barra erklärte, dass Veränderungen in der Regierungspolitik zur Abschwächung beigetragen hätten.

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„Mit dem Wegfall bestimmter steuerlicher Anreize für Verbraucher und der Lockerung der Emissionsvorschriften begann die branchenweite Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Nordamerika im Jahr 2025 nachzulassen. Infolgedessen hat GM seine EV-Kapazitäten proaktiv reduziert“, sagte sie.

Unter Präsident Donald Trump wurden bundesweite Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge und andere Fördermaßnahmen zurückgenommen. Dies hat den Markt neu geordnet und die Hersteller gezwungen, ihre Elektromobilitätsstrategien zu überdenken. Für GM ist dieser Neustart mit erheblichen menschlichen und finanziellen Kosten verbunden.

Quellen: General Motors