Startseite Haustiere Uneinheitlicher Nachwuchs: Warum Geschwisterkätzchen so verschieden aussehen

Uneinheitlicher Nachwuchs: Warum Geschwisterkätzchen so verschieden aussehen

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In einem Katzenkorb kann es wirken, als lägen dort Jungtiere aus ganz unterschiedlichen Familien.

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Farben, Muster und sogar das Fell selbst unterscheiden sich oft stark. Hinter diesem scheinbaren Zufall steckt Biologie mit besonderen Regeln.

Schon bei der Geburt zeigt sich, dass Katzenfamilien anders funktionieren als viele erwarten. Ausgetragen zur selben Zeit, geteilt im selben Nest, und doch optisch Welten auseinander.

Gene und muster

Die Bandbreite an Fellfarben bei Katzen ist außergewöhnlich groß. Zuchtverbände unterscheiden zahlreiche Varianten, von einfarbig bis komplex gemustert. Möglich wird das durch viele Gene, die parallel wirken.

Einige Gene legen die Grundfarbe fest, andere steuern Streifen, Tüpfel oder weiße Abzeichen.

Weitere beeinflussen die Haarlänge. Bestimmte genetische Veränderungen können andere Farben sogar vollständig überdecken.

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Hinzu kommt, dass manche Farbmerkmale auf dem X-Chromosom liegen. Deshalb treten dreifarbige Muster fast nur bei weiblichen Tieren auf.

Schon kleine Unterschiede in der Kombination reichen aus, damit Geschwister völlig verschieden aussehen.

Mehr als ein vater

Ein weiterer Grund für die Vielfalt liegt im Fortpflanzungssystem der Katze. Ein einzelner Wurf kann Nachkommen von mehreren Katern enthalten.

Dieses Phänomen wird als heteropaternale Superfekundation bezeichnet.

Kätzinnen geben Eizellen erst nach einer Paarung frei. Treffen sie in kurzer Zeit auf mehrere Kater, können unterschiedliche Eizellen von verschiedenen Vätern befruchtet werden.

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Die Jungtiere teilen dann zwar einen Teil der mütterlichen Gene, unterscheiden sich aber stark in der väterlichen Veranlagung.

Ihre genetische Verwandtschaft kann deutlich geringer sein als erwartet.

Vorteil der vielfalt

Warum dieses System so verbreitet ist, ist nicht abschließend geklärt. Forschende sehen jedoch mögliche evolutionäre Vorteile.

Die induzierte Ovulation spart Energie, da nur befruchtbare Eizellen freigesetzt werden.

Mehrere Väter in einem Wurf erhöhen zudem die genetische Vielfalt. Das kann die Anpassungsfähigkeit und Überlebenschancen der Nachkommen verbessern.

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Häufigkeit und umfeld

Wie oft ein Wurf mehrere Väter hat, hängt vom sozialen Umfeld ab.

Studien an freilebenden Katzenpopulationen zeigen große Unterschiede zwischen stabilen Gruppen und solchen mit starker Konkurrenz.

In lockeren Kolonien mit vielen rivalisierenden Katern hatten deutlich mehr Würfe mehrere Väter als in Gruppen mit dominanten Männchen. Entscheidend ist also weniger der Lebensraum als die soziale Struktur.

Quellen: PETBOOK

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