Das vom Kreml erfundene Territorium „Noworossija“ scheint ein neuer Streitpunkt zu sein.
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Diplomatische Sprache aus Moskau wirft erneut Fragen zum Umfang möglicher künftiger Friedensgespräche über die Ukraine auf. Jüngste Äußerungen des russischen Chefdiplomaten deuten auf Ambitionen hin, die über bislang diskutierte Rahmen hinausgehen.
Die Kommentare erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die Spekulationen über erneute inoffizielle Kontakte unter Beteiligung hochrangiger US-amerikanischer und russischer Vertreter zunehmen.
Ausweitende Definitionen
Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte am 14. Januar, dass jede Friedensregelung die „Frage des Schicksals der Menschen, die auf der Krim, in Noworossija und im Donbas leben“, behandeln müsse.
‚Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) ist der Verweis auf Noworossija bedeutsam, da es sich bei dem Begriff nicht um eine völkerrechtlich anerkannte Region handelt.
Das ISW weist darauf hin, dass Noworossija ein vom Kreml propagiertes Konzept ist, das von russischen Amtsträgern als „integraler“ Bestandteil Russlands dargestellt wird.
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In der offiziellen Rhetorik reicht es weit über die Krim und die vier ukrainischen Regionen hinaus, die Moskau für annektiert erklärt hat.
Breiterer territorialer Umfang
Laut ISW umfassen russische Definitionen von Noworossija auch die Oblaste Charkiw, Dnipropetrowsk, Mykolajiw und Odessa.
Kreml-Vertreter haben Odessa wiederholt als „russische“ Stadt bezeichnet und öffentlich über eine Eingliederung Noworossijas in die Russische Föderation gesprochen.
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Diese Darstellung steht in starkem Kontrast zu früheren diplomatischen Vorschlägen, die in Washington erörtert wurden.
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Ein von den USA unterstützter 28-Punkte-Friedensplan hätte Russland erlaubt, die Kontrolle über die Krim, ganz Luhansk und Donezk sowie über besetzte Teile der Oblaste Saporischschja und Cherson zu behalten.
Diplomatische Signale
Nach diesem Vorschlag wäre Russland verpflichtet gewesen, sich aus anderen besetzten Gebieten zurückzuziehen, darunter aus Teilen der Oblaste Charkiw, Mykolajiw und Dnipropetrowsk.
Das ISW kommt zu dem Schluss, dass Lawrows Äußerungen keine neuen Forderungen einführen, sondern bekräftigen, dass Moskaus Ziele über jene hinausgehen, die im 28-Punkte-Plan umrissen wurden.
Der Thinktank deutet an, dass die Erklärung dazu dienen könnte, die Rahmenbedingungen im Vorfeld eines möglichen Treffens unter Beteiligung des US-Sondergesandten Steve Witkoff, des ehemaligen Präsidialberaters Jared Kushner und des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu gestalten.
Quellen: Institute for the Study of War (ISW), Außenministerium der Russischen Föderation