Eine prominente niederländische rechtsextreme Aktivistin erklärt, ihr sei die Einreise in das Vereinigte Königreich untersagt worden – ein Schritt, der Reaktionen von Politikern und Persönlichkeiten aus Europa und den USA ausgelöst hat. Die Entscheidung hat zudem die Debatte über Meinungsfreiheit und Einwanderung in Großbritannien neu entfacht.
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Die Behauptung folgt auf Online-Beiträge der Aktivistin, in denen offenbar eine offizielle Mitteilung britischer Behörden zu sehen ist.
Einreise blockiert
Nach Angaben von The Guardian erklärte Eva Vlaardingerbroek, ihre britische elektronische Reisegenehmigung (ETA) sei am Dienstag widerrufen worden. Sie teilte online ein Bild einer Nachricht, in der es hieß: „Ihre Anwesenheit im Vereinigten Königreich wird nicht als dem öffentlichen Wohl dienlich erachtet.“
Vlaardingerbroek ist dafür bekannt, einwanderungsfeindliche Rhetorik und Verschwörungstheorien zu verbreiten, darunter den sogenannten „Großen Austausch“. Zuvor war sie in britischen rechtsextremen Kreisen aktiv.
Politische Reaktionen
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán teilte Vlaardingerbroeks Nachricht auf X erneut und verwies dabei auf frühere Äußerungen von ihr über den britischen Premierminister Keir Starmer, den sie als einen „bösen, verabscheuungswürdigen Mann“ bezeichnet hatte.
„Du bist in Ungarn immer willkommen!“, schrieb Orbán. Ungarn hatte Vlaardingerbroek bereits 2024 empfangen, als sie auf der Conservative Political Action Conference (CPAC) gemeinsam mit anderen rechtsextremen und stramm konservativen Persönlichkeiten sprach.
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Frühere Auftritte
The Guardian berichtete, dass Vlaardingerbroek im vergangenen Jahr in London bei dem als größte rechtsextreme Demonstration Großbritanniens bezeichneten Protest auftrat, der von dem Aktivisten Tommy Robinson organisiert wurde, dessen bürgerlicher Name Stephen Yaxley-Lennon ist.
Sie trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „Generation Remigration“ und hielt eine Rede, in der sie die Einwanderung angriff und zu dem aufrief, was sie als „Remigration“ bezeichnete. Dabei sagte sie: „Sie fordern das Opfer unserer Kinder auf dem Altar der Massenmigration … Remigration ist möglich, und es liegt an uns, sie Wirklichkeit werden zu lassen.“
Frühere Einreiseverbote
Das Vereinigte Königreich hat in der Vergangenheit Personen, die als Extremisten eingestuft wurden, an der Einreise gehindert. Anfang dieses Monats wurde ein islamistischer Prediger mit einem Einreiseverbot belegt, nachdem er die Hamas nach dem Angriff auf Israel am 7. Oktober verteidigt hatte.
2019 wurde Martin Sellner, ein antiislamischer Extremist, dessen Gruppe in Österreich wegen Verbindungen zum Tatverdächtigen des Anschlags von Christchurch untersucht wurde, dauerhaft die Einreise nach Großbritannien untersagt.
Quellen: The Guardian