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Trump wollte den Nobelpreis – jetzt hat er die Medaille

Donald Trump
noamgalai/Shutterstock

Symbole spielen in der internationalen Politik oft eine größere Rolle, als es auf den ersten Blick scheint. Ein Treffen in Washington hat gezeigt, wie eng Gesten, Interessen und strategische Abwägungen miteinander verwoben sind.

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Im Mittelpunkt stand nicht nur persönliche Diplomatie, sondern auch eine grundlegende Frage: Welche Rolle wollen die USA künftig in Venezuelas politischer Zukunft spielen?

Interessen vor Idealen

US-Präsident Donald Trump hat zuletzt klar gemacht, dass wirtschaftliche und strategische Ziele für ihn Priorität haben. Nach Angaben von Reuters richtet sich sein Fokus vor allem auf den Zugang zu venezolanischem Öl und den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes.

Demokratische Reformen treten dabei in den Hintergrund. Trump lobte wiederholt die amtierende Interimspräsidentin Delcy Rodriguez. In einem Interview mit Reuters sagte er über sie: „Mit ihr lässt sich sehr gut arbeiten.“

Ein ungewöhnliches Geschenk

Vor diesem Hintergrund traf Trump im Weißen Haus erstmals persönlich auf die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado. Bei einem mehr als einstündigen Mittagessen überreichte sie ihm ihre Nobel-Friedenspreis-Medaille, wie Reuters berichtet.

Trump schrieb später in sozialen Medien: „Maria hat mir ihren Friedensnobelpreis für die Arbeit überreicht, die ich geleistet habe. Eine wunderbare Geste gegenseitigen Respekts. Danke, Maria!“ Ein Regierungsvertreter bestätigte Reuters zufolge, dass Trump die Medaille behalten will.

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Machado bezeichnete das Treffen als „ausgezeichnet“, ohne weitere Details zu nennen. Die Übergabe sei Ausdruck ihrer Anerkennung für Trumps Einsatz für die Freiheit der Venezolaner gewesen, nachdem US-Streitkräfte den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro bei einem groß angelegten Einsatz gefangen genommen und aus dem Land gebracht hatten.

Klare Regeln, begrenzte Wirkung

Unabhängig von der Geste bleibt der Nobelpreis formell unveränderbar. Der Norwegische Nobelpreis-Ausschuss stellte laut Reuters klar, dass Auszeichnungen weder übertragen noch geteilt oder aberkannt werden können. Die Ehrung bleibt damit rechtlich und offiziell Machado zugeordnet.

Das Weiße Haus veröffentlichte ein Foto des Treffens, auf dem Trump die gerahmte Medaille hält. Der begleitende Text sprach von einem „persönlichen Symbol der Dankbarkeit im Namen des venezolanischen Volkes“.

Politische Realität

Trotz der symbolischen Geste blieb Trumps Haltung nüchtern. Seine Sprecherin Karoline Leavitt sagte nach Angaben von Reuters, der Präsident halte es derzeit für unrealistisch, dass Machado über ausreichend Unterstützung verfüge, um Venezuela kurzfristig zu führen.

Damit setzte Trump erneut Grenzen für die Erwartungen der Opposition, auch wenn das Treffen öffentlich als Zeichen des Dialogs dargestellt wurde.

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Skepsis im Kongress

Nach dem Weißen Haus suchte Machado das Gespräch mit Senatoren beider Parteien auf dem Capitol Hill. Dort stieß sie auf mehr Sympathie, aber auch auf Zweifel. Senator Chris Murphy sagte laut Reuters: „Ich hoffe, dass es zu Wahlen kommt, bin aber skeptisch.“

Er warnte, dass sich die Repression im Land trotz des Machtwechsels kaum verändert habe. Hoffnung auf eine rasche Demokratisierung sei daher verfrüht.

Offene Zukunft

Machado war von der Präsidentschaftswahl 2024 ausgeschlossen worden. Internationale Beobachter gehen davon aus, dass der von ihr unterstützte Kandidat Edmundo Gonzalez gewann, während Maduro an der Macht blieb.

Zwar meldet die aktuelle Regierung die Freilassung politischer Gefangener, doch externe Gruppen bezweifeln den Umfang dieser Schritte. Die Nobelmedaille als Symbol hat daran wenig geändert – sie unterstreicht vor allem, wie offen Venezuelas politischer Weg bleibt.

Quelle: Reuters

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