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Venezolanischer oppositionsführer bietet nobelmedaille an, während Trump über Venezuelas zukunft abwägt

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Carlos Díaz from Venezuela, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Washingtons Ansatz gegenüber Venezuela verändert sich rasch: Der Ölverkauf wird wieder aufgenommen, diplomatische Kontakte werden erneuert, und zugleich bleiben Fragen offen, wen die Vereinigten Staaten als legitimen Führer des Landes anerkennen. Vor diesem Hintergrund erregte ein hochrangiges Treffen im Weißen Haus weit über seine symbolische Bedeutung hinaus Aufmerksamkeit.

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Im Zentrum stand Präsident Donald Trump, der strategische Interessen mit politischen Gesten abwog, während Venezuelas Zukunft weiterhin umstritten bleibt.

Öl und Macht

Seit Venezuelas Präsident Nicolás Maduro Anfang dieses Monats von US-Kräften festgenommen und in die Vereinigten Staaten geflogen wurde, um sich dort wegen Drogen- und Waffenvergehen zu verantworten, hat die Trump-Regierung rasch Schritte unternommen, um die Beziehungen zu Caracas neu zu gestalten.

Ein US-Regierungsvertreter bestätigte, dass die Vereinigten Staaten nach jahrelangen Sanktionen ihren ersten Verkauf von venezolanischem Öl im Wert von 500 Millionen Dollar abgeschlossen haben, berichtete die BBC.

US-Streitkräfte haben zudem Tanker abgefangen, die im Verdacht stehen, sanktioniertes venezolanisches Rohöl zu transportieren, und in dieser Woche ein sechstes Schiff geentert. Gleichzeitig werden diplomatische Kanäle wieder geöffnet.

Die New York Times berichtete, dass ein venezolanischer Gesandter aus dem Umfeld der amtierenden Staatschefin Delcy Rodríguez in Washington erwartet wird, um Schritte zur Wiedereröffnung der Landesbotschaft einzuleiten.

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Rodríguez, Maduras frühere Vizepräsidentin, wurde vom Weißen Haus als „äußerst kooperativ“ beschrieben und hat telefonisch mit Trump gesprochen; sie bezeichnete das Gespräch als „produktiv und höflich“.

Anerkennungsdilemma

Während er den Dialog mit Rodríguez sucht, hat Trump dem Druck widerstanden, die venezolanische Oppositionskoalition zu unterstützen, die behauptet, die umstrittene Wahl von 2024 gewonnen zu haben. Deren Vorsitzende María Corina Machado reiste nach Washington, um den US-Präsidenten davon zu überzeugen, dass die Unterstützung der Übergangsregierung ein Fehler gewesen sei.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte, Machado sei „eine bemerkenswerte und mutige Stimme“ und Trump erwarte „ein offenes und positives Gespräch“ über die Lage in Venezuela. Dennoch hat Trump zuvor argumentiert, Machado verfüge nicht über ausreichende innenpolitische Unterstützung, um zu regieren.

Das Treffen verdeutlichte eine zentrale Spannung in der US-Politik: strategische Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten, ohne eine eindeutige Unterstützung für Venezuelas künftige Führung auszusprechen.

Symbolischer Moment

Während der Begegnung im Weißen Haus überreichte Machado Trump laut BBC ihre Nobel-Friedenspreis-Medaille. Sie beschrieb die Geste als Zeichen der Dankbarkeit für das, was sie als sein Engagement für die Freiheit Venezuelas bezeichnete.

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„Ich denke, heute ist ein historischer Tag für uns Venezolaner“, sagte sie nach ihrem ersten Treffen mit Trump.

Trump dankte ihr später in den sozialen Medien, nannte die Geste „ein wunderbares Zeichen gegenseitigen Respekts“ und erklärte, es sei ihm „eine große Ehre“ gewesen, sie zu treffen.

Botschaft an die Unterstützer

Nach dem Verlassen des Weißen Hauses wandte sich Machado an Unterstützer, die sich vor den Toren versammelt hatten. Wie die Associated Press berichtete, sagte sie auf Spanisch: „Wir können auf Präsident Trump zählen.“

„Ich habe dem Präsidenten der Vereinigten Staaten die Medaille des Nobel-Friedenspreises überreicht“, sagte sie später auf Englisch gegenüber Reportern und bezeichnete dies als „eine Anerkennung für sein einzigartiges Engagement für unsere Freiheit“.

Machado besuchte zudem den Kongress, um US-Senatoren zu treffen, während Unterstützer mit venezolanischen Flaggen „María, presidente“ skandierten.

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Geschichte herangezogen

In ihren Äußerungen während des Besuchs griff Machado auf historische Bezüge zurück, um die Geste einzuordnen. Sie erinnerte daran, wie der Marquis de Lafayette einst Simón Bolívar eine Medaille mit dem Abbild George Washingtons überreichte, und beschrieb dies als Symbol gemeinsamer Freiheitskämpfe.

Diese Parallele, so Machado, spiegele ein Band zwischen den USA und Venezuela im Widerstand gegen Tyrannei wider, auch wenn die politische Realität weiterhin ungelöst sei.

Quellen: BBC, Associated Press, New York Times