China ist seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus selbstbewusster und einflussreicher auf der Weltbühne aufgetreten.
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Gleichzeitig scheint die Macht der USA zu schwinden, da Handelskonflikte und diplomatische Spannungen zunehmen.
Kanada ist nun das deutlichste Beispiel für diesen Wandel, nachdem Ottawa einen neuen Handelspartnerschaftsvertrag mit Peking formalisiert hat. Das Abkommen markiert einen scharfen Bruch mit der traditionellen Ausrichtung auf die Vereinigten Staaten.
Ein Abkommen nach Jahren
Kanada und China haben nach Angaben von Reuters ein Handelsabkommen unterzeichnet, das fast ein Jahrzehnt diplomatischer Eiszeit beendet.
Der Pakt senkt Zölle auf ausgewählte Waren und weitet die Zusammenarbeit in Bereichen von Energie bis Tourismus aus.
Kanadas Premierminister Mark Carney sagte, das Abkommen markiere einen Wendepunkt und bezeichnete China als einen „berechenbareren Partner“ als die Vereinigten Staaten.
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Das Abkommen folgt auf Jahre begrenzter Kontakte, nachdem sich die Beziehungen 2018 deutlich verschlechtert hatten.
Im Rahmen der Vereinbarung wird Kanada jährliche Importe von 49.000 chinesischen Elektrofahrzeugen zu einem Zollsatz von 6 Prozent zulassen, verglichen mit zuvor 100 Prozent. Im Gegenzug
senkt China die Zölle auf kanadisches Rapsöl von 85 Prozent auf 15 Prozent.
Handel und Reisen
Das Abkommen umfasst zudem Maßnahmen zur Förderung von Reisen und regionalem Handel.
China wird kanadischen Staatsbürgern die visafreie Einreise erlauben, ein Schritt, der den Tourismus und die Geschäftsbeziehungen stärken soll.
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Im Westen Kanadas unterzeichnete die Provinz British Columbia eine Absichtserklärung zur Ausweitung der Holzexporte nach China.
Das umfassendere Abkommen zielt auch darauf ab, die diplomatischen Beziehungen nach Jahren vorsichtiger Annäherung zu vertiefen.
Die Energiezusammenarbeit ist ein weiterer Pfeiler der Vereinbarung. Kanada und China unterzeichneten einen Rahmen, der kanadische Ölexporte erhöhen und zugleich chinesische Investitionen in erneuerbare Energieprojekte in Kanada fördern könnte.
Abkehr von der Abhängigkeit von den USA
Carney hatte bereits im vergangenen Oktober zugesagt, die kanadischen Exporte in Märkte außerhalb der Vereinigten Staaten zu verdoppeln.
Offizielle Daten zeigen, dass im Jahr 2024 rund 75 Prozent der kanadischen Exporte in die USA gingen, verglichen mit nur 4 Prozent nach China.
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Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der Zölle auf Aluminium, Holz und Automobile die kanadische Wirtschaft belastet haben, obwohl ein Großteil des nordamerikanischen Handelsabkommens weiterhin gilt.
Reuters merkt an, dass Trumps Rückkehr ins Weiße Haus die Spannungen verschärft habe, wobei Zölle und wiederholte Kommentare über den Status Kanadas für Unruhe sorgten.
Ottawa hat „Buy Canadian“-Initiativen gefördert und gleichzeitig neue Partnerschaften mit der Europäischen Union und Saudi-Arabien verfolgt.
Quellen: Reuters, El Economista.