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US-Milliardäre umwerben Grönlands rohstoffe

Grönland, Greenland
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Grönlands enorme Größe, sein kaltes Klima und seine dünne Besiedlung machten die Insel schon lange attraktiv, bevor Donald Trump sein Interesse an der Arktisinsel wiederbelebte. Während der US-Präsident Grönland vor allem aus der Perspektive der nationalen Sicherheit betrachtet, haben sich amerikanische Akteure aus der Technologie- und Finanzwelt bereits seit Jahren rund um die Insel positioniert.

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Diese Interessen reichen von Dateninfrastruktur bis hin zu Rohstoffen, wobei die Politik eher als Beschleuniger denn als Ausgangspunkt wirkt.

Daten und Energie

Eine der größten Attraktionen Grönlands für US-Techakteure ist nicht der Bergbau, sondern Raum und Energie. Die rasanten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz treiben die Nachfrage nach Rechenzentren stark an, die enorme Mengen an Energie verbrauchen und eine kontinuierliche Kühlung benötigen.

Goldman Sachs schätzt, dass KI den weltweiten Energiebedarf bis 2030 um 165 Prozent steigern könnte. In den USA wurden laut Data Center Watch bereits Projekte im Wert von 64 Milliarden US-Dollar aufgrund lokalen Widerstands verzögert oder gestrichen, berichtete TV 2 News.

Grönlands kaltes Klima, seine große Landfläche und die geringe Bevölkerungszahl machen das Land zu einer attraktiven Alternative. Drew Horn, ein früherer Trump-Berater mit Schwerpunkt Grönland, sagte im vergangenen Jahr gegenüber Fox News: „Es ist buchstäblich der beste Ort der Welt für Rechenzentren.“

Strategische Geografie

Über die Technologie hinaus haben Grönlands Lage und Ressourcen dauerhaftes Interesse der USA geweckt. Washington hat offen erklärt, dass der Untergrund Grönlands eine Rolle in seinen strategischen Überlegungen spielt.

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Trumps früherer nationaler Sicherheitsberater Mike Waltz sagte im vergangenen Jahr: „Es geht um kritische Mineralien. Es geht um natürliche Ressourcen. Es geht um Öl und Gas. Es geht um unsere nationale Sicherheit.“

Diese Einordnung überschneidet sich mit kommerziellen Interessen, erklärt sie jedoch nicht vollständig.

Investitionen in den Bergbau

Mehrere US-Techmilliardäre investierten bereits Jahre bevor Trump seine Rhetorik erneuerte in grönlandnahe Bergbauprojekte. Jeff Bezos, Bill Gates und Mark Zuckerberg unterstützen seit 2019 das US-Unternehmen Kobold Metals, OpenAI-Chef Sam Altman stieg 2022 ein.

Das Unternehmen konzentriert sich auf seltene Erden, die für Elektrofahrzeuge, KI-Systeme und Verteidigungstechnologie unverzichtbar sind. Marc Jacobsen von der Dänischen Verteidigungsakademie sagte TV 2, ein erleichterter US-Zugang zu Grönland würde solchen Investoren eindeutig zugutekommen.

„Das sind strategische Investitionen“, sagte er und betonte, dass finanzieller Gewinn nicht die einzige Motivation sei.

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Politische Verflechtungen

Einige Investitionen überschneiden sich direkt mit Trumps engem Umfeld. Ein weiteres US-Unternehmen, Critical Metals Corp, verzeichnete nach Trumps Äußerungen erneutes Investoreninteresse; der Aktienkurs stieg seit Jahresbeginn um mehr als 110 Prozent.

Die Zeitung Politiken berichtete zuvor, dass Ronald Lauder, ein langjähriger Verbündeter Trumps, in zwei grönländische Unternehmen investiert habe. Der frühere nationale Sicherheitsberater John Bolton sagte, Lauder habe ursprünglich die Idee vorgeschlagen, Grönland zu kaufen – eine Behauptung, die Lauder später öffentlich verteidigte.

„Trumps Grönland-Idee war nie absurd – sie war strategisch“, schrieb Lauder in der New York Post.

Geld und Einfluss

Eine Analyse von The Guardian ergab, dass Tech-Manager, Vertreter der Ölbranche und Krypto-Investoren mit grönlandbezogenen Interessen mindestens 243 Millionen US-Dollar für Trumps Wahlkampf 2024 spendeten. Mehrere von ihnen waren auch Gäste bei seiner Amtseinführung.

Emily DiVito von Groundwork Collaborative bezeichnete dies als einen „geschlossenen Kreislauf“ zwischen politischer Macht und privatem Kapital, in dem sich Zugang und Ergebnisse gegenseitig verstärken.

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Während Trump Grönlands Bedeutung erneut ins Spiel bringt, rücken diese sich überschneidenden Interessen – Daten, Rohstoffe und Einfluss – immer stärker in den Fokus.

Quellen: TV 2 News, Politiken, The Guardian, Reuters, Fox News, CNBC