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Smartphone-Akkus werden besser – das hat sich verändert

Mobil lader, mobile charger
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Wie neue Batterietechnik das tägliche Handy-Laden überflüssig macht

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Seit mehr als einem Jahrzehnt richten Smartphone-Nutzer ihren Alltag nach der Akkulaufzeit aus. Ladekabel, Powerbanks und Warnmeldungen bei niedrigem Akkustand gehören längst zum täglichen Begleiter. Nun hat sich unauffällig etwas verschoben.

Ein altbekanntes Problem

Frühe Mobiltelefone galten als ausgesprochen ausdauernd. In der Zeit vor Smartphones konnten Geräte tagelang genutzt werden, ohne aufgeladen zu werden, weil sie ihre Hardware nur minimal beanspruchten.

Mit dem Siegeszug der Smartphones änderte sich dieses Gleichgewicht grundlegend. Helle Displays, permanente Internetverbindung, Kameras und Hintergrund-Apps sorgten dafür, dass eine volle Tagesnutzung mit einer Akkuladung zur Herausforderung wurde.

Anzeichen des Wandels

Diese Erwartung beginnt sich nun aufzulösen. Mehrere neue Android-Smartphones bieten deutlich längere Akkulaufzeiten, manche halten problemlos mehrere Tage durch.

Tests im Alltag zeigen, dass Geräte wie das OnePlus 15 drei volle Arbeitstage mit einer einzigen Ladung schaffen. Andere Modelle, darunter das Vivo X300 Pro, Xiaomi 15 Ultra, Oppo Find X9 Pro und Honor Magic 8 Pro, kommen ebenfalls auf mindestens zwei Tage Nutzung.

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Der technologische Wandel

Der entscheidende Fortschritt steckt im Inneren des Akkus. Die meisten Smartphones nutzen weiterhin Lithium-Ionen-Batterien mit Graphit-Anoden – eine Technik, die sich über Jahre kaum verändert hat.

Neuere Geräte setzen zunehmend auf Silizium-Kohlenstoff-Akkus. Durch die Kombination von Silizium und Graphit in der Anode können mehr Lithium-Ionen gespeichert und die Energie effizienter genutzt werden.

Mehr Energie bei gleicher Baugröße

Da Silizium eine höhere Energiedichte als Graphit besitzt, lassen sich größere Akkus in gleich dicken Smartphones unterbringen.

So kommt das 8,1 Millimeter dünne OnePlus 15 auf eine Akkukapazität von 7.300 mAh, während das ähnlich große Samsung Galaxy S25 Ultra bei 5.000 mAh liegt. Der Unterschied macht sich im Alltag deutlich bemerkbar.

Wer treibt die Entwicklung voran

Vor allem chinesische Hersteller haben die Silizium-Kohlenstoff-Technologie früh übernommen, um sich in einem umkämpften Markt abzuheben. Häufig wird sie mit extrem schnellen Ladegeschwindigkeiten kombiniert, teils bis zu 120 Watt.

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Samsung und Apple zeigen sich bislang zurückhaltender. Analysten vermuten, dass frühere Batterieprobleme – etwa der Rückruf des Galaxy Note 7 im Jahr 2016 – noch immer Einfluss auf den vorsichtigen Umgang mit neuer Batterietechnik haben.

Offene Fragen

Noch sind nicht alle Fragen geklärt. Schnellladen gilt als möglicher Beschleuniger für den Akkuverschleiß, auch wenn viele Belege bislang nur auf Erfahrungswerten beruhen. Unabhängig von der Technik verlieren alle Akkus mit der Zeit an Kapazität.

Ob Silizium-Kohlenstoff-Akkus schneller altern oder langlebiger sind als klassische Lithium-Ionen-Batterien, wird sich erst zeigen – insbesondere in Kombination mit sehr hohen Ladeleistungen.

Größere Auswirkungen

Dünne Premium-Smartphones von Apple und Samsung wurden zuletzt trotz hoher Preise für ihre schwache Akkulaufzeit kritisiert. Gleichzeitig zeigt ein Gerät wie das 849 Pfund teure OnePlus 15, dass mehrtägige Akkulaufzeit bereits heute möglich ist.

Sollte sich die Silizium-Kohlenstoff-Technologie in weiteren Preisklassen durchsetzen, könnte sie einem Smartphone-Markt neuen Schwung verleihen, der in den vergangenen Jahren an Innovationskraft verloren hat.

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