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CEOs räumen ein, dass sich KI noch nicht auszahlt

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Künstliche Intelligenz wurde Beschäftigten als unausweichliche Revolution verkauft, die Arbeit und Produktivität neu gestaltet. Doch eine große neue globale Umfrage zeigt, dass die Führungskräfte hinter diesem Wandel noch immer Schwierigkeiten haben, ihre KI-Investitionen in echte finanzielle Erträge umzuwandeln.

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Unternehmen weltweit haben massiv in künstliche Intelligenz investiert, während Beschäftigte Jobverluste und Umbrüche fürchten. Nun geben viele der Führungskräfte, die KI in den Arbeitsalltag bringen, offen zu, dass die Technologie bislang keine nennenswerten Erträge geliefert hat.

Laut der aktuellen Global CEO Survey von PwC sagen die meisten Unternehmenschefs, dass ihre KI-Investitionen weder die erhofften Umsatzsteigerungen noch Kosteneinsparungen gebracht haben. Die Ergebnisse, die zeitgleich mit dem Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlicht wurden, verdeutlichen die wachsende Lücke zwischen dem Versprechen von KI und ihrer tatsächlichen Wirkung.

Hohe Ausgaben, geringe Rendite

PwC befragte 4 454 Vorstandsvorsitzende in 95 Ländern und Territorien bis November 2025. Mehr als die Hälfte der Befragten, 56 Prozent, gab an, dass KI bislang keinerlei Umsatz- oder Kostenvorteile gebracht habe.

Einige Unternehmen meldeten zumindest Teilerfolge. Rund ein Drittel erklärte, KI habe im vergangenen Jahr zu höheren Umsätzen beigetragen, während 26 Prozent von Kostensenkungen berichteten. Nur 12 Prozent erreichten jedoch beide Effekte gleichzeitig.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass KI zwar weit verbreitet ist, der wirtschaftliche Erfolg jedoch auf eine kleine Gruppe von Unternehmen beschränkt bleibt.

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Gewinner und Nachzügler

PwC stellt fest, dass sich die Kluft zwischen erfolgreichen Anwendern und Unternehmen im Experimentierstadium zunehmend vergrößert.

„Eine kleine Gruppe von Unternehmen verwandelt KI bereits in messbare finanzielle Erträge, während viele andere noch immer nicht über Pilotprojekte hinauskommen“, sagte Mohamed Kande, globaler Chairman von PwC.

Eine separate Analyse, auf die sich Business Insider beruft, zeigt, dass die Erträge klar auf bestimmte Branchen konzentriert sind. Technologie-, Kommunikations- und Finanzunternehmen liegen vorne, während andere Industrien zurückbleiben.

Entscheidend für den Erfolg

Die Umfrage ergab, dass Unternehmen mit sowohl Umsatzwachstum als auch Kostensenkungen deutlich häufiger über eine solide KI-Basis verfügen. Dazu gehört die Integration von KI in Produkte, Dienstleistungen, Nachfragegenerierung und strategische Entscheidungen.

PwC zufolge waren diese Unternehmen zwei- bis dreimal häufiger bereit, stark in Dateninfrastruktur und Fachkräfte zu investieren. Andere Studien weisen zugleich auf verpasste Chancen hin. Eine EY-Umfrage zeigt, dass Unternehmen bis zu 40 Prozent der potenziellen Produktivitätsgewinne durch KI verlieren könnten, etwa aufgrund schwacher Umsetzung und geringer Akzeptanz bei den Mitarbeitern.

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Sinkendes Vertrauen

Während die Erträge aus KI unklar bleiben und globale Risiken zunehmen, schwindet auch das Vertrauen der Führungskräfte. Nur 30 Prozent der befragten CEOs zeigten sich sehr oder äußerst zuversichtlich in Bezug auf das Umsatzwachstum in den kommenden zwölf Monaten – nach 38 Prozent im Vorjahr und einem Höchststand von 56 Prozent im Jahr 2022.

PwC stellte fest, dass Führungskräfte, die auf Neuausrichtung setzten, etwa durch den Einstieg in neue Geschäftsfelder oder strategische Deals, tendenziell höhere Margen und mehr Zuversicht meldeten.

„Die Unternehmen, die erfolgreich sein werden, sind jene, die bereit sind, mutige Entscheidungen zu treffen und entschlossen in die entscheidenden Fähigkeiten zu investieren“, sagte Kande.

Derzeit zeichnet die Umfrage ein klares Bild: Während KI Arbeitsplätze verändert und Beschäftigte verunsichert, warten viele der Führungskräfte, die die Technologie vorantreiben, noch immer darauf, dass sie den Umbruch wirtschaftlich rechtfertigt.

Quellen: Business Insider; PwC Global CEO Survey; Morgan Stanley; EY

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