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Sam Altmans „letzter Ausweg“ wird Realität

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ChatGPTs Werbeschwenk markiert einen Wendepunkt für OpenAI

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OpenAI bereitet eine tiefgreifende Änderung daran vor, wie sein bekanntestes Produkt Geld verdient. Der Schritt folgt auf jahrelangen Widerstand und erfolgt in einer Phase rasant steigender Kosten für den Aufbau fortschrittlicher KI-Systeme.

Was lange als unwahrscheinliche Option galt, geht nun in die Testphase – mit Folgen für Nutzer, Werbetreibende und Wettbewerber.

Zögerliche Annäherung

OpenAI hat bestätigt, dass in den kommenden Wochen Werbung in ChatGPT für Nutzer der kostenlosen Version sowie für Go-Abonnenten getestet wird, wie Business Insider berichtet. Die Entscheidung kommt weniger als zwei Jahre nachdem CEO Sam Altman Werbung öffentlich als unerwünscht bezeichnet hatte.

„Werbung plus KI ist für mich auf eine besondere Weise beunruhigend“, sagte Altman im Mai 2024 bei einer Veranstaltung an der Harvard University. „Ich sehe Werbung eher als letzten Ausweg für unser Geschäftsmodell.“

Seitdem hat sich seine Haltung abgeschwächt. Im Juni erklärte Altman im OpenAI-Podcast, er sei „nicht völlig gegen“ Werbung, betonte jedoch die Schwierigkeit einer verantwortungsvollen Umsetzung. Im Oktober äußerte er erneut Bedenken im Zusammenhang mit der Suchtwirkung mancher Tech-Produkte: „Wir machen uns darüber definitiv Sorgen.“

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Kosten als Treiber

Der Kurswechsel spiegelt den stark wachsenden Finanzbedarf von OpenAI wider. Das Unternehmen hat inzwischen Ausgabenverpflichtungen von rund 1,4 Billionen US-Dollar im Zusammenhang mit Rechenzentren und entsprechender Infrastruktur, berichtete Business Insider.

Führungskräfte wie Altman und Fidji Simo, CEO des Anwendungsbereichs von OpenAI, verweisen wiederholt auf den enormen Bedarf an zusätzlicher Rechenleistung. Zudem hat sich OpenAI zu einer klassischeren, gewinnorientierten Unternehmensstruktur umgebaut – ein Schritt, der laut Altman künftige Investitionen erleichtern soll.

Im Gegensatz zu Wettbewerbern wie Google und Meta verfügte OpenAI bislang über kein groß angelegtes Werbegeschäft, um diese Kosten abzufedern.

So sollen die Anzeigen aussehen

OpenAI erklärte, dass Anzeigen klar gekennzeichnet sein werden, keinen Einfluss auf die Antworten von ChatGPT haben und keine Weitergabe von Nutzerkonversationen an Werbetreibende beinhalten. Bezahlte Abonnenten der Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Tarife werden keine Werbung sehen.

Fidji Simo schrieb auf X: „Werbung wird die Antworten von ChatGPT nicht beeinflussen.“ Zuvor hatte sie gegenüber Wired gesagt, ein mögliches Werbemodell müsse „äußerst respektvoll“ mit Nutzerdaten umgehen und fügte hinzu: „Falls wir jemals so etwas umsetzen, müsste es ein völlig anderes Modell sein als bisher.“

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Eine wachsende Bedrohung

Die Einführung von Werbung könnte sich als äußerst lukrativ erweisen. Der Analyst Mark Mahaney von Evercore ISI schätzte laut Business Insider, dass OpenAI bis 2030 jährliche Werbeerlöse von mehr als 25 Milliarden US-Dollar erzielen könnte.

„Ein Weg zu mehreren Milliarden Dollar Werbeeinnahmen im Jahr 2026, ansteigend auf über 25 Milliarden Dollar bis 2030, erscheint realistisch“, schrieb Mahaney. Er erklärte, dass die Reichweite von ChatGPT und die hohe Kaufabsicht der Nutzer langfristig Googles Dominanz im Suchanzeigenmarkt herausfordern könnten – wenn auch nicht sofort.