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Kremlnahe Medien recyceln altes Putin-Material als neu

Putin cold plunge
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Bilder von Wladimir Putin, der an einem traditionellen Winterritual teilnimmt, sind in den vergangenen Tagen in kremlnahen Medien weit verbreitet worden.

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Als aktuelles Material präsentiert, sollten die Aufnahmen zeigen, wie der russische Präsident einen orthodoxen Feiertag begeht.

Es dauerte jedoch nicht lange, bis Zweifel daran aufkamen, wann die Bilder tatsächlich aufgenommen wurden.

Festliche Inszenierung

Die russische Staatsagentur RIA Novosti veröffentlichte ein Foto und ein Video, die angeblich zeigen, wie Putin zur Feier des orthodoxen Festes der Taufe des Herrn, auch bekannt als Epiphanias, in eiskaltes Wasser steigt.

„Traditionell taucht Putin an Epiphanias in ein Eisloch“, hieß es in der auf Telegram verbreiteten Mitteilung zu dem Material.

Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte später laut Berichten von Belsat, dass Putin an dem Ritual teilgenommen habe.

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Zeitliche Einordnung hinterfragt

Belsat berichtete, dass das von kremlnahen Medien verbreitete Material nicht aktuell sei.

Demnach stammt das Video aus dem Jahr 2022, während das Foto sogar bereits 2018 aufgenommen wurde. Die Darstellung der Bilder als neu warf daher Fragen nach ihrer Authentizität und Absicht auf.

Beobachter wiesen darauf hin, dass visuelle Details in den Aufnahmen dabei halfen, sie als Archivmaterial und nicht als neue Aufzeichnung zu identifizieren.

Orthodoxe Tradition

Das Eintauchen in kaltes Wasser ist eine lange gepflegte Tradition der orthodoxen Kirche während der Epiphanias-Feierlichkeiten. Gläubige betreten dabei eiskaltes Wasser, oft durch in das Eis geschnittene Löcher, als symbolischen Akt der Reinigung und als Nachstellung der Taufe Christi.

Putin wird seit Jahren öffentlich mit diesem Ritual in Verbindung gebracht, ähnliche Bilder wurden in der Vergangenheit mehrfach veröffentlicht.

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Regionale Parallelen

Belsat verwies auch auf eine separate Aufnahme des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko.

In diesem Material ist Lukaschenko angeblich zu sehen, wie er bei Temperaturen von etwa minus 15 Grad Celsius in eiskaltes Wasser steigt, ebenfalls im Zusammenhang mit Epiphanias-Traditionen.

Die Wiederverwendung älterer Aufnahmen hat jedoch die Skepsis darüber verstärkt, wie solche Bilder von staatsnahen Medien eingesetzt werden.

Quellen: RIA Novosti, Belsat, O2

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