Experten warnen, dass anhaltender Beschuss in der Nähe von Kraftwerken eine Katastrophe auslösen könnte, die weit über Stromausfälle hinausgeht.
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Russlands Kampagne gegen das ukrainische Energiesystem schürt neue Alarmzeichen in Bezug auf die nukleare Sicherheit.
Gefährliche Nähe
Militär- und Energieexperten warnen, dass russische Raketenschläge gefährlich nahe an ukrainischen Atomanlagen einschlagen.
Laut Daily Express wurden einige Einschläge nur wenige hundert Meter von Reaktorstandorten entfernt registriert.
Serhiy Beskrestnov, ein ukrainischer Spezialist für elektronische Kriegsführung, sagte, dass auf die Energieinfrastruktur zielende Raketen bis auf 300 Meter an Kernreaktoren herangekommen seien.
„Ein Fehlschlag einer Iskander- oder Kinzhal-[Rakete] könnte sich in ein zweites Tschernobyl verwandeln“, schrieb Beskrestnov auf Telegram und bezog sich dabei auf russische Raketensysteme.
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Historischer Vergleich
Beskrestnov verglich die möglichen Folgen eines solchen Einschlags mit der Katastrophe von Tschernobyl 1986, als eine Explosion und ein Brand in einem Kernkraftwerk massive Strahlung freisetzten und die Evakuierung Hunderttausender Menschen erzwangen.
Er warnte, dass das Risiko nicht hypothetisch sei, und wies darauf hin, dass russische Waffen ihre Ziele wiederholt verfehlt hätten.
Frühere Angriffe hätten Wohngebäude statt militärischer oder industrieller Einrichtungen getroffen, darunter tödliche Attacken auf Wohnblocks in Städten wie Ternopil und Kyjiw, sagte er.
Druck auf das Stromnetz
Russland hat wiederholt die ukrainische Energieinfrastruktur angegriffen, was zu großflächigen Stromausfällen sowie zu Unterbrechungen von Strom- und Wärmeversorgung bei eisigen Temperaturen führte.
Ukrainische Behörden sagen, die Strategie ziele darauf ab, einen landesweiten Energiezusammenbruch herbeizuführen, eine Taktik, die häufig als „Bewaffnung des Winters“ bezeichnet wird.
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Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR erklärte, Russland könne neue Angriffe auf Umspannwerke starten, die den Betrieb von Kernkraftwerken unterstützen.
Warnungen der Geheimdienste
HUR teilte mit, Moskau habe bereits Aufklärung an 10 kritischen Energiestandorten in neun ukrainischen Regionen betrieben.
Die Behörde warnte, dass Angriffe auf diese Einrichtungen genutzt werden könnten, um Kyjiw unter Druck zu setzen, den Bedingungen von Wladimir Putin zuzustimmen.
Ukraines neuer Energieminister Denys Schmyhal sagte, Russland habe allein im vergangenen Jahr 612 Angriffe auf Energieziele durchgeführt.
Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung
Die anhaltenden Angriffe haben die ukrainischen Behörden gezwungen, Notfallmaßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung einzuführen.
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Dazu gehören die Lockerung von Ausgangssperren in einigen Gebieten und die Öffnung öffentlicher Wärmestuben, da die Temperaturen auf bis zu minus 18 Grad Celsius fallen.
Trotz internationaler Warnungen setzt Russland seine Kampagne gegen das ukrainische Energienetz fort, was die Angst verstärkt, dass eine Fehlkalkulation zu einem katastrophalen nuklearen Zwischenfall führen könnte.
Quellen: Daily Express, Ukrainischer Militärgeheimdienst (HUR).