Es ist der erste jemals bekannte Todesfall infolge dieser Erkrankung.
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Magst du Hamburger? Die meisten würden diese Frage vermutlich mit Ja beantworten, und manche würden sogar sagen, dass sie sie lieben.
Stell dir nun vor, du müsstest entweder für immer auf Hamburger verzichten oder jedes Mal dein Leben riskieren, wenn du einen Bissen nimmst.
Klingt wie die Hölle, oder? Wir sagen nicht, dass dies in Zukunft zur neuen Normalität werden könnte. Dennoch hat ein plötzlicher Todesfall in den Vereinigten Staaten Forscher dazu veranlasst, zu bestätigen, was man lange über eine seltene, durch Zecken übertragene Erkrankung befürchtet hatte.
Ein rätselhafter Zusammenbruch
Forscher der University of Virginia School of Medicine haben den ersten bekannten Todesfall bestätigt, der durch das Alpha-Gal-Syndrom verursacht wurde, das häufig auch als Fleischallergie bezeichnet wird.
Nach Angaben des Teams wird die Erkrankung durch Zeckenstiche ausgelöst und kann nach dem Verzehr von rotem Fleisch zu verzögerten allergischen Reaktionen führen.
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Der Fall betraf einen 47-jährigen Mann aus New Jersey, der zuvor bei guter Gesundheit gewesen war. Er starb etwa vier Stunden nach dem Verzehr von Rindfleisch, und über Monate hinweg blieb die Todesursache ungeklärt.
Das Rätsel erregte die Aufmerksamkeit von Thomas Platts-Mills, einem Allergiespezialisten bei UVA Health, der das Alpha-Gal-Syndrom vor Jahren erstmals identifiziert hatte und dessen Auswirkungen weiterhin erforscht.
Ereignisse vor seinem Tod
Der Mann war im Sommer 2024 mit seiner Familie campen gewesen. Eines Abends aßen sie spät Steak. Stunden später wachte er mit starken Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall auf und beschrieb den Vorfall später als lebensbedrohlich.
Zwei Wochen später aß er, ohne von einer Allergie zu wissen, bei einem Grillfest einen Hamburger. Kurz nachdem es ihm schlecht ging, wurde er von seinem Sohn zusammengebrochen in einem Badezimmer gefunden.
Hinweise nach dem Tod
Eine Autopsie konnte keine eindeutige Ursache feststellen und stufte den Tod als plötzlich und ungeklärt ein. Auf der Suche nach Antworten bat die Witwe des Mannes um eine weitere Untersuchung, woraufhin die Ärzte Platts-Mills hinzuzogen.
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Nach dem Tod entnommene Blutproben zeigten eine starke Sensibilisierung gegen Alpha-Gal sowie Befunde, die mit einer tödlichen Anaphylaxie vereinbar waren. Obwohl keine Zeckenstiche erinnert wurden, erinnerte sich seine Frau an mehrere juckende Stiche früher im Sommer, vermutlich von Larven der Lone-Star-Zecke.
Wie die Allergie entsteht
Das Alpha-Gal-Syndrom entwickelt sich nach Stichen der Lone-Star-Zecke, die die Reaktion des Immunsystems auf Alpha-Gal verändern können – einen Zucker, der im Fleisch von Säugetieren vorkommt. Nach der Sensibilisierung können Betroffene nach dem Verzehr von Rind-, Schweine- oder Lammfleisch reagieren.
Zu den Symptomen können Hautausschläge, Übelkeit und Erbrechen gehören. Wissenschaftler hatten lange vermutet, dass sich die Reaktion in schweren Fällen zu einer Anaphylaxie entwickeln kann, obwohl bislang kein tödlicher Fall bestätigt worden war.
„Die wichtige Information für die Öffentlichkeit ist: Erstens sollten starke Bauchschmerzen, die drei bis fünf Stunden nach dem Verzehr von Rind-, Schweine- oder Lammfleisch auftreten, als mögliche Episode einer Anaphylaxie untersucht werden; und zweitens können Zeckenstiche, die länger als eine Woche jucken, oder Zeckenlarven, die oft als ‚Chiggers‘ bezeichnet werden, eine Sensibilisierung gegenüber Fleisch von Säugetieren auslösen oder verstärken“, sagte Platts-Mills laut Science Daily.
Eine wachsende Sorge
Die Forscher wiesen auf Faktoren hin, die die Reaktion möglicherweise verstärkt haben, darunter Alkoholkonsum, Pollenbelastung und körperliche Aktivität. Zudem warnten sie, dass wachsende Hirschpopulationen die Ausbreitung der Lone-Star-Zecke begünstigen.
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„Es ist wichtig, dass sowohl Ärzte als auch Patienten, die in Regionen leben, in denen Lone-Star-Zecken häufig vorkommen, sich des Risikos einer Sensibilisierung bewusst sind“, sagte Platts-Mills.
Der Fall wurde mit Zustimmung der Familie im Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice veröffentlicht.
Quellen: Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice, University of Virginia School of Medicine, Science Daily