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Putin weitet Kriegsausbildung auf russische Schulen aus

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Russland gestaltet sein Bildungssystem um.

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Neue Lehrplanänderungen signalisieren eine stärkere Ausrichtung auf militärische Fähigkeiten für Kinder, selbst während Moskau öffentlich über Diplomatie spricht.

Der Schritt hat Befürchtungen ausgelöst, dass der Kreml die Gesellschaft auf einen längeren Konflikt vorbereitet.

Unterricht ab zwölf Jahren

Laut Regierungsdokumenten, die vom staatlichen Medienportal RIA Novosti eingesehen wurden,

werden russische Schülerinnen und Schüler künftig Drohnen als Teil des Pflichtfachs „Grundlagen der Heimatverteidigung und Sicherheit“ behandeln.

Das Programm gilt für Kinder ab zwölf Jahren und führt eine praktische Ausbildung mit unbemannten Luftfahrzeugen ein.

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Die Schulen werden mit Drohnen-Bausätzen, Simulatoren sowie Software-Hardware-Systemen ausgestattet, die Gefechtsbedingungen nachbilden sollen.

Kremlnahe Medien begrüßten die Änderungen offen und stellten sie als Vorbereitung auf moderne Kriegsführung dar.

Waffen im Klassenzimmer

Nach neuen, vom russischen Ministerkabinett genehmigten Vorschriften erhalten Schulen rund 90 Arten militärbezogener Ausbildungsausrüstung.

Dazu gehören originalgroße Nachbildungen von Kalaschnikow-Sturmgewehren und Makarow-Pistolen,

AK-74-Magazine mit Übungsmunition, Attrappen von Handgranaten, Nachtsichtgeräte, Gasmasken und Ausrüstungen zum chemischen Schutz.

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Das staatsnahe Medium Tsargrad verglich das Programm mit der militärischen Ausbildung in der Sowjetzeit, als Schülerinnen und Schüler lernten, Gewehre in kurzer Zeit zusammenzusetzen. Der Unterricht sei besonders für Jungen attraktiv.

Über Jugendbewegungen hinaus

Der neue Lehrplan ist getrennt von Junarmija, der vom Kreml unterstützten militärischen Jugendorganisation, die nach eigenen Angaben rund 1,8 Millionen Mitglieder hat und von Kritikern als Form politischer Indoktrination bezeichnet wird.

Er geht auch über frühere Versuche hinaus, das Bildungssystem zu militarisieren, die laut Kritikern bereits bis in Kindergärten mit patriotischen Aktivitäten und Kriegsbotschaften vorgedrungen sind.

Analysten sehen die formelle Aufnahme von Drohnen- und Waffentraining in den Schulunterricht als eine deutliche Eskalation.

Gespräche und Widersprüche

Die Änderungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem Russland Gespräche mit Gesandten von US-Präsident Donald Trump vorbereitet, darunter der Sondergesandte Steve Witkoff, über die Zukunft des Krieges in der Ukraine.

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Witkoff sagte, das Treffen sei von Moskau angefragt worden, und bezeichnete dies als eine „bedeutende Aussage“, während russische Offizielle bestätigten, dass Gespräche stattfinden werden.

Trotz dieser diplomatischen Aktivitäten setzt Russland seine Raketen- und Drohnenangriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur fort, wodurch Millionen Menschen ohne Strom und Heizung bleiben. Ukrainische Vertreter sagen, ein Frieden bleibe weiterhin ungewiss.

Quellen: RIA Novosti, Express.