Ausländische Kämpfer, die für Russland in der Ukraine rekrutiert werden, sehen sich fast vom Moment ihrer Ankunft an mit düsteren Aussichten konfrontiert.
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Versprochen werden Bezahlung, Schutz und sogar die Staatsbürgerschaft, doch viele finden sich stattdessen auf einem Schlachtfeld wieder, auf dem das Überleben ungewiss ist und Unterstützung kaum vorhanden.
Neue Daten ukrainischer Beobachtungsgruppen geben Einblick in den Einsatz dieser Rekruten.
Frühe Todesfälle häufen sich
Nach Angaben des Projekts „I Want to Live“ sterben mehr als 40 Prozent der ausländischen Söldner, die auf Russlands Seite kämpfen, innerhalb der ersten vier Monate ihres Einsatzes an der Front in der Ukraine.
Die Zahlen deuten auf extrem hohe Verlustraten unter nicht-russischen Rekruten hin.
An dem Projekt beteiligte Analysten sagen, diese Kämpfer würden eher als entbehrliche Manpower denn als ausgebildete Soldaten behandelt. Sie argumentieren, dass es sich bei den Todesfällen nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein systematisches Muster.
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Das Projekt beschrieb Russlands Einsatz von Söldnern als Behandlung von „Kanonenfutter“, bei der Sicherheit und Überleben kaum berücksichtigt würden.
Angriffsrollen zugewiesen
Fachleute von „I Want to Live“ sagen, dass Söldner routinemäßig in Angriffsoperationen geschickt werden. Diese Einsätze erfolgen häufig ohne ausreichende Ausbildung, Planung oder logistische Unterstützung.
Laut dem Projekt erhalten die Rekruten meist Uniformen, werden aber mitunter nicht einmal mit einem Gewehr ausgestattet, bevor sie nach vorne beordert werden.
Die Kommandeure, so heißt es, priorisierten Tempo und Druck auf ukrainische Stellungen über das Leben der eingesetzten Kämpfer.
„Diese Zahl wächst jeden Tag weiter und wird weiter steigen, solange Länder ihren Bürgern erlauben, für einen sicheren Tod rekrutiert zu werden“, warnten Analysten des Projekts.
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Versprechen und Realität
Russische Propaganda hat Militärverträge im Ausland mit dem Versprechen schnellen Geldes und der Aussicht auf die russische Staatsbürgerschaft beworben.
Das ukrainische Portal Obozrevatel berichtet jedoch, dass die Realität für viele Söldner deutlich anders aussieht.
Selbst russische Kriegsberichterstatter haben schwere Verluste eingeräumt, darunter Tausende ausländischer Kämpfer, die angeblich durch falsche Versprechen über ihre Aufgaben und Überlebenschancen getäuscht wurden.
Die Berichte legen nahe, dass ausländische Rekruten nach ihrem Einsatz kaum Schutz genießen und nur wenige Möglichkeiten haben, sich zurückzuziehen.
Globale Rekrutierung
Russland greift zunehmend auf ausländische Rekrutierung zurück, um seinen Kriegseinsatz aufrechtzuerhalten. Ukrainischen Medien zufolge ist Moskau dabei besonders in Afrika und Lateinamerika aktiv.
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Rekruten aus Ländern wie Brasilien haben sich russischen Einheiten angeschlossen, doch Analysten sagen, ihre Stellung innerhalb der Truppen sei besonders prekär.
Viele verfügten weder über Sprachkenntnisse noch über Kampferfahrung oder eine echte Integration in die russischen Streitkräfte.
Beobachter sagen, die steigende Zahl der Todesopfer verdeutliche die menschlichen Kosten von Russlands Rekrutierungsstrategie, während sich der Krieg in der Ukraine weiter hinzieht.
Quellen: Projekt „I Want to Live“, Obozrevatel, O2