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Bericht: Russische Streitkräfte nutzen Musks Starlink zur Verstärkung von Angriffen

Bericht: Russische Streitkräfte nutzen Musks Starlink zur Verstärkung von Angriffen
Donny Hery / Shutterstock.com

Starlink wurde entwickelt, um selbst in den entlegensten Regionen der Welt schnellen und zuverlässigen Internetzugang bereitzustellen.

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Mit Tausenden von Satelliten in der Erdumlaufbahn wurde das Netzwerk dafür gelobt, ländliche Gemeinschaften zu verbinden, Katastrophenhilfe zu unterstützen und die Kommunikation während Kriegen und Naturkatastrophen aufrechtzuerhalten.

Seit seinem Start wird Starlink von Zivilisten, Regierungen und humanitären Organisationen auf mehreren Kontinenten genutzt und hat die Art der Konnektivität in Konfliktzonen grundlegend verändert.

Doch wie bei vielen Technologien mit doppeltem Verwendungszweck hat seine Präsenz auf modernen Schlachtfeldern auch schwierige Fragen zu Missbrauch, Kontrolle und unbeabsichtigten Folgen aufgeworfen.

Jüngste Berichte deuten nun darauf hin, dass die Fähigkeiten des Systems in einer Weise ausgenutzt werden könnten, die weit von seinem ursprünglichen zivilen Auftrag entfernt ist.

Einsatz durch russische Drohnen

Nach Angaben des deutschen Nachrichtenmagazins Der Spiegel rüsten russische Streitkräfte bei Angriffen auf die Ukraine zunehmend Kampfdrohnen mit Starlink-Terminals aus.

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Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR bestätigte dem Magazin, dass Starlink-fähige Systeme bei mehreren Typen russischer unbemannter Luftfahrzeuge beobachtet wurden.

„Diese Geräte werden vor allem bei Angriffen auf die ukrainische zivile Infrastruktur eingesetzt“, erklärte der HUR und fügte hinzu, dass Starlink-Terminals sowohl bei Langstreckendrohnen des Typs Shahed (Geran) als auch bei kürzer reichenden Molnija-Kampfdrohnen identifiziert worden seien, die Entfernungen von bis zu 50 Kilometern überbrücken können.

Während erste Berichte über den Einsatz von Starlink-Technologie durch russische Drohnen bereits 2024 auftauchten, erklärt der ukrainische Geheimdienst, dass sich diese Praxis offenbar ausweitet.

Das vollständige Ausmaß des Phänomens bleibt unklar.

Schwerer zu stören, schwerer zu stoppen

Militärexperten sagen, der Einsatz von Starlink erschwere die ukrainische Luftverteidigung und elektronische Kriegsführung erheblich.

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Im Gegensatz zu herkömmlichen Satellitennavigationssystemen wie GPS oder Galileo seien die Kommunikationsverbindungen von Starlink deutlich widerstandsfähiger gegen Störmaßnahmen.

„Der Einsatz von Starlink ermöglicht es dem Gegner, selbst unter aktiven Bedingungen der elektronischen Kriegsführung eine stabile Drohnensteuerung aufrechtzuerhalten“, sagte der ukrainische Geheimdienst gegenüber Der Spiegel.

Dies erhöhe sowohl die Reichweite als auch die Präzision der Angriffe und mache Gegenmaßnahmen schwieriger.

Das in den USA ansässige Institute for the Study of War berichtete, dass Russlands Einheit für unbemannte Systeme Rubikon bereits ab Dezember 2025 Molnija-Drohnen mit Starlink-Terminals eingesetzt habe.

Kommerzielle Geräte, militärischer Einsatz

Ermittler identifizierten die auf russischen Drohnen eingesetzten Systeme als Geräte des Typs UTA-231, die kommerziell als Starlink-Mini-Kits vermarktet werden.

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Diese Terminals sind in mehreren Ländern, darunter Deutschland, legal für den zivilen Gebrauch erhältlich und kosten rund 250 Euro.

Laut Der Spiegel beschafft Russland die Geräte vermutlich über Drittstaaten und umgeht damit Sanktionen und Exportkontrollen.

In Drohnen integriert, ermöglichen die kompakten Terminals eine robuste Echtzeitkommunikation, die nur schwer zu unterbrechen ist.

Eine Lücke in der Abdeckung

Starlink ist offiziell nicht in Russland aktiv, da SpaceX die Abdeckung über russischem Gebiet blockiert hat.

Über der Ukraine ist der Dienst jedoch vollständig funktionsfähig und spielt dort eine entscheidende Rolle für das zivile Leben und die militärische Kommunikation.

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„Starlink funktioniert nicht in Russland, aber es funktioniert in der Ukraine“, sagte Samuel Bendett, Spezialist für russische Militärsysteme am Center for Naval Analyses in Washington.

„Das russische Militär scheint diese Tatsache auszunutzen, um Maßnahmen der elektronischen Kriegsführung zu umgehen.“

Quelle: PAP, Der Spiegel, money.pl