Videoaufnahmen von einer tödlichen Schießerei während einer Protestaktion haben Empörung ausgelöst und die Debatte über den Einsatz von Gewalt durch US-Sicherheitskräfte neu entfacht.
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Während die Fragen zunehmen, hat ein hochrangiger Vertreter der Grenzschutzbehörde die beteiligten Beamten öffentlich verteidigt, obwohl die Ermittlungen noch laufen.
Tödlicher Protest
Alex Pretti, ein 37-jähriger Krankenpfleger, wurde während eines Protests in Minneapolis erschossen, wenige Wochen nach einem weiteren tödlichen Vorfall mit Sicherheitskräften.
Mehrere online verbreitete Videos zeigen Pretti, wie er versucht, einer Frau zu helfen, die in den Schnee gestoßen worden war, bevor er von Beamten konfrontiert wurde.
Die Aufnahmen scheinen zu zeigen, wie Pretti mit Pfefferspray besprüht, von mehreren Beamten zu Boden gebracht und anschließend mehrfach angeschossen wird. Er wurde noch am Tatort für tot erklärt.
Berichten zufolge trug Pretti legal eine Schusswaffe bei sich, könnte jedoch vor der Schussabgabe entwaffnet worden sein. Diese Behauptung steht nun im Zentrum der öffentlichen Empörung und der Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung.
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Offizielle Verteidigung
Der Grenzschutzkommandeur Gregory Bovino verteidigte das Vorgehen der Beamten in einem Interview mit CNN. Er wies Kritik zurück und lobte ihr Handeln.
„Der Verdächtige hat sich selbst in diese Situation gebracht“, sagte Bovino. „Die Opfer sind die Grenzschutzbeamten vor Ort.“
Er fügte hinzu: „Also gute Arbeit unserer Sicherheitskräfte, ihn außer Gefecht zu setzen, bevor er dazu in der Lage war.“
Streit um Videoaufnahmen
Auf Fragen zu Videoaufnahmen, die darauf hindeuten, dass Pretti vor den Schüssen entwaffnet worden sein könnte, reagierte Bovino ablehnend.
Er sprach von einer sogenannten „Freeze-Frame-Beurteilung“ eines Tatorts.
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„Dana, Sie wissen nicht, dass er unbewaffnet war. Ich weiß nicht, dass er unbewaffnet war“, sagte er. „Deshalb haben wir Ermittler.“
Er betonte, die Fakten würden im Rahmen einer formellen Untersuchung ans Licht kommen, und ging nicht auf einzelne in den Videos gezeigte Momente ein.
Journalistische Gegenrede
CNN-Moderatorin Dana Bash widersprach und wies darauf hin, dass Bovino einerseits Geduld bis zum Abschluss der Ermittlungen fordere, andererseits aber selbst Schlussfolgerungen ziehe.
„Mit allem Respekt, Sie sagen, deshalb werde ermittelt, aber gleichzeitig ziehen Sie andere Schlussfolgerungen, die dem Abwarten der Untersuchung widersprechen“, sagte sie.
Der Austausch verschärfte die Kritik im Internet, wo viele Bovino vorwarfen, eindeutige Videoaufnahmen zu ignorieren.
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Politische Reaktion
Der frühere US-Präsident Donald Trump erklärte, der Vorfall werde überprüft, äußerte sich jedoch nicht dazu, ob die Schüsse gerechtfertigt gewesen seien.
Gegenüber dem Wall Street Journal sagte er: „Wir prüfen alles, wir überprüfen alles und werden zu einer Entscheidung kommen.“
Er fügte hinzu: „Ich mag keine Schießereien… Aber ich mag es auch nicht, wenn jemand zu einem Protest geht und eine sehr leistungsstarke, voll geladene Waffe mit zwei ebenfalls geladenen Magazinen bei sich trägt.“
Bürgerrechtsgruppen und Demonstrierende fordern weiterhin Transparenz und Rechenschaft.
Die Ermittlungen zum Tod von Pretti dauern an.
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Quellen: CNN, Wall Street Journal, Unilad.