Ein aufsehenerregender Gerichtsfall um den Sohn der norwegischen Kronprinzessin tritt in eine entscheidende Phase ein, da das Verfahren in wenigen Tagen beginnen soll. Mit dem näher rückenden Prozesstermin richtet sich die Aufmerksamkeit erneut darauf, wie sich die Königsfamilie auf das Kommende vorbereitet.
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Der Fall hat anhaltende öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen, sowohl wegen seines ernsten Charakters als auch wegen Høibys enger Verbindungen zur norwegischen Königsfamilie.
Bevorstehender Prozess
Marius Borg Høiby, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, soll am 3. Februar in Oslo vor Gericht stehen. Das Verfahren wird laut The Express voraussichtlich bis zum 14. März dauern.
Derzeit ist er bis zum Prozessbeginn auf freiem Fuß. Der Staatsanwalt von Oslo, Sturla Henriksbo, erklärte, es gebe trotz der Schwere der Vorwürfe derzeit keinen Anlass, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen.
„Dieser Fall ist sehr ernst“, sagte Henriksbo. „Vergewaltigung und Gewalt in engen Beziehungen sind sehr schwere Taten, die dauerhafte Spuren hinterlassen und Leben zerstören können.“
Reaktion des Königshauses
Über weite Strecken des vergangenen Jahres vermieden hochrangige Mitglieder des Königshauses öffentliche Stellungnahmen. Das änderte sich im Dezember, als Kronprinzessin Mette-Marit, Kronprinz Haakon, König Harald und Königin Sonja gegenüber der Times über die Situation sprachen.
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Auf Vorwürfe, sie habe ihren Sohn vor seiner Festnahme gewarnt, reagierte Mette-Marit ablehnend und sagte: „Ich denke, es war eine große Belastung, solcherart schwerer Dinge beschuldigt zu werden, was ich natürlich nicht getan habe.“
Sie fügte hinzu: „Was mich vielleicht am meisten belastet, ist die Kritik daran, wie wir als Eltern damit umgegangen sind, dass wir es nicht ernst genommen hätten. Das finde ich schwer.“
Mette-Marit erklärte, die Familie habe für ihren Sohn „professionelle Hilfe“ in Anspruch genommen, und beschrieb Elternschaft als zutiefst verletzlich und von Selbstvorwürfen geprägt.
Ausweitung des Verfahrens
Vor diesem Hintergrund haben die Staatsanwälte bestätigt, dass vor dem Prozess weitere Anklagepunkte hinzugekommen sind. Høiby sah sich bereits mit Dutzenden Vorwürfen konfrontiert, darunter mutmaßliche Vergewaltigung, Gewalt und Missbrauch in engen Beziehungen.
Zu den neuen Punkten zählen ein schwerwiegender drogenbezogener Vorwurf aus dem Jahr 2020 sowie weitere mutmaßliche Verstöße gegen gerichtliche Anordnungen und Verkehrsdelikte. Diese Anschuldigungen sind Teil derselben Anklageschrift und werden im bevorstehenden Verfahren behandelt.
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Henriksbo betonte, dass Høibys königlicher Status keinen Einfluss auf die Behandlung des Falls haben dürfe.
Erwartung des Urteils
König Harald sagte, es sei „nicht möglich“, sich auf den Prozess vorzubereiten, und fügte hinzu: „Aber nun liegt es in den Händen des Gerichts. Dann werden wir nehmen, was kommt.“ Königin Sonja sagte: „Aber es ist natürlich nichts, worauf man sich freut.“
Der König ergänzte, die Familie werde mit dem „Alltag wie gewohnt“ fortfahren und äußerte zugleich Mitgefühl für die von dem Fall Betroffenen.
Quellen: The Express, The Times