Kommunikation ist in der modernen Kriegsführung ebenso entscheidend wie Waffen und Munition.
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Befehle, Warnungen und Koordination können den Unterschied zwischen dem Halten einer Stellung und deren Verlust ausmachen.
Doch an der ukrainischen Front gilt nicht jedes Mittel zur Verbindung von Menschen als sicher und ein alltägliches Gerät wird als ernsthafte Gefahr betrachtet.
Kommunikation unter Beschuss
Trotz der harten Bedingungen sind Frontverbände nur selten vollständig von der Führung abgeschnitten. Militärfunkgeräte bleiben das Rückgrat der Kommunikation, selbst in eingekesselten oder besetzten Gebieten.
Laut Glavkom schilderte Lyubomyr Mikalo, Soldat der 103. selbstständigen Brigade der Territorialverteidigung der ukrainischen Streitkräfte und Held der Ukraine, wie seine Einheit während 42 aufeinanderfolgender Tage in einem eingekesselten Gebiet der Region Sumy in Kontakt blieb.
„Wir führten das Antennenkabel aus dem Keller auf die Straße und hängten es etwa eineinhalb Meter über dem Boden auf, damit es wenigstens eine gewisse Verbindung gab. Es gab ein oder zwei Fälle, in denen die Verbindung unterbrochen war, vermutlich weil der Feind sie störte“, sagte Ljubomyr.
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Selbst improvisierte Lösungen seien, so betonte er, sicherer gewesen als die Nutzung ziviler Geräte.
Keine Anrufe von der Front
Der direkte Kontakt zur Familie wurde bewusst vermieden. Mikalo machte deutlich, dass dies eine Frage der Sicherheit und keine persönliche Entscheidung war.
„Private Telefone sollten überhaupt nicht mit an die Stellung genommen werden. Das bedeutet nicht, dass die Verteidiger an der Front jeglichen Kontakt nach Hause verlieren. Bevor ich auf die Stellung ging, bat ich den Kommandeur um Erlaubnis, meiner Frau seine Telefonnummer zu geben, für den Fall der Fälle.“
Nachrichten wurden indirekt über Kameraden weitergegeben. „Bei uns ist alles in Ordnung. Bitte sagt den Ehefrauen, dass alles in Ordnung ist, wir halten durch“, erinnerte er sich daran, seinen Mitstreitern gesagt zu haben.
„Einen direkten Kontakt, bei dem wir uns hätten hören können, gab es leider nicht.“
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Leben ohne Rotation
Lange Einsätze ohne Ablösung sind keine Seltenheit. Wie Unian zuvor berichtete, verbrachte Oleksandr Tyshayev vom ukrainischen Kommando für Spezialoperationen mehr als sechs Monate an der Front ohne Rotation.
Unter ständigem Artilleriebeschuss und der Bedrohung durch Drohnen rationierten er und sein Kamerad Wasser und Nahrung, die größtenteils per Drohne geliefert wurden. Die Hygiene beschränkte sich auf Feuchttücher.
Tyshayev sagte, sie hätten in Schichten geschlafen, auf geeignetes Wetter für eine Rotation gewartet und seien wiederholt geblieben, weil sie glaubten, dass eine Bewegung zu gefährlich gewesen wäre.
Quellen: Glavkom, Unian, LA.LV