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Alarmstufe Rot: Weltuntergangsuhr so nah wie nie vor Mitternacht

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Globale Krisen überlagern sich, während internationale Zusammenarbeit bröckelt. Wissenschaftler:innen warnen, dass die Welt in eine gefährlich instabile Phase eintritt.

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Ein neues Signal aus den USA unterstreicht diese Einschätzung. Es richtet sich weniger an Regierungen allein als an die Weltöffentlichkeit.

Der Ton ist dringlicher als je zuvor.

Alarmruf der Wissenschaftler:innen

Nach einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung des Bulletin of the Atomic Scientists steht die Weltuntergangsuhr nun bei 85 Sekunden vor Mitternacht. Damit rückt der symbolische Zeiger näher an eine globale Katastrophe als jemals zuvor seit Einführung der Uhr im Jahr 1947.

Die Entscheidung wurde vom Wissenschafts- und Sicherheitsgremium des Bulletin of the Atomic Scientists in Abstimmung mit einem Beratergremium getroffen, dem mehrere Nobelpreisträger angehören.

Zuletzt war die Uhr Anfang 2025 auf 89 Sekunden vor Mitternacht gestellt worden.

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Alexandra Bell, Präsidentin und Geschäftsführerin des Bulletins, sagte laut der Mitteilung: „Die Botschaft der Weltuntergangsuhr könnte nicht klarer sein. Katastrophale Risiken nehmen zu, die Zusammenarbeit nimmt ab, und uns läuft die Zeit davon.”

Gefahren im Zusammenspiel

Als Gründe nennt das Gremium eine Kombination aus steigenden nuklearen Risiken, fortschreitendem Klimawandel, biologischen Bedrohungen und dem raschen Einsatz künstlicher Intelligenz. Besonders besorgniserregend sei dabei, dass diese Gefahren nicht isoliert auftreten, sondern sich gegenseitig verstärken.

Zugleich beobachteten die Experten einen weltweiten Trend zu Nationalismus und autoritären Regierungsformen. Dieser erschwere internationale Absprachen, die für Rüstungskontrolle, Klimaschutz oder globale Gesundheitsvorsorge notwendig wären.

Daniel Holz, Vorsitzender des Wissenschafts- und Sicherheitsgremiums warnt, dass eine Welt im Denken von „Wir gegen sie” alle verwundbarer mache.

Vertrauen und Führung

Ein weiterer Schwerpunkt der Erklärung ist der Verlust einer gemeinsamen Faktenbasis. Die Journalistin und Nobelpreisträgerin Maria Ressa wird in der Pressemitteilung mit den Worten zitiert: „Ohne Fakten gibt es keine Wahrheit. Ohne Wahrheit gibt es kein Vertrauen.”

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Ohne Vertrauen sei weder Zusammenarbeit bei Atomwaffen noch bei Klimapolitik oder KI-Regulierung möglich. Die Wissenschaftler:innen sprechen von einem klaren Versagen politischer Führung.

Zeit zum Handeln

Trotz der düsteren Lage betont das Bulletin of the Atomic Scientists, dass Gegenmaßnahmen bekannt sind. Dazu zählen neue Gespräche zur Begrenzung von Atomwaffen, internationale Regeln für militärische KI-Systeme und eine beschleunigte Abkehr von fossilen Energien.

Die Weltuntergangsuhr soll nicht Resignation auslösen, sondern Handlungsdruck erzeugen. Noch bleibe Zeit, den Zeiger wieder zurückzudrehen.

Sources: Bulletin of the Atomic Scientists

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