Künstliche Intelligenz verändert zunehmend die Art und Weise, wie große Unternehmen ihre Belegschaften organisieren, indem sie Aufgaben automatisiert, für die früher große Teams erforderlich waren. Von der Verwaltung bis zur Softwareentwicklung beschleunigt die Technologie Entscheidungen, die nun zu weniger Stellen im Unternehmensbereich führen.
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Reuters berichtet, dass Amazon zu den jüngsten Beispielen dieses Wandels zählt und eine neue Runde von Stellenstreichungen angekündigt hat, während das Unternehmen den Einsatz von KI-Tools konzernweit ausbaut.
Technologie treibt den Wandel
Amazon-Chef Andy Jassy hatte bereits im vergangenen Sommer erklärt, dass die stärkere Nutzung künstlicher Intelligenz zwangsläufig Teile des Geschäfts automatisieren werde. Dies werde, so seine Warnung, zu Arbeitsplatzverlusten führen, insbesondere in Verwaltungs- und Unternehmensfunktionen.
Auf dem Weltwirtschaftsforum Anfang dieses Monats sagten Führungskräfte gegenüber Reuters, KI werde zwar einige Stellen überflüssig machen, könne aber zugleich neue schaffen. Zwei von ihnen fügten hinzu, dass Unternehmen KI mitunter auch als Rechtfertigung für bereits geplante Kürzungen nutzten.
Diese Aussagen unterstreichen eine breitere Neujustierung, die derzeit in der gesamten Tech-Branche stattfindet.
Entlassungen bestätigt
Vor diesem Hintergrund teilte Amazon mit, weltweit 16.000 Stellen abzubauen – die zweite große Entlassungsrunde innerhalb von drei Monaten. Das Unternehmen versucht damit, eine aus seiner Sicht übermäßige Einstellung während der COVID-19-Pandemie rückgängig zu machen.
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Reuters hatte zuvor berichtet, dass Amazon insgesamt rund 30.000 Stellen im Unternehmensbereich abbauen wolle. Die jüngsten Kürzungen sollen Mitarbeitende bei Amazon Web Services, im Einzelhandelsgeschäft, bei Prime Video sowie im Personalwesen betreffen.
Bereits Ende Oktober hatte Amazon etwa 14.000 Angestellten in Büro- und Verwaltungspositionen gekündigt.
Kein fester Rhythmus
Beth Galetti, Senior Vice President für People Experience und Technology, sagte, das Unternehmen plane nicht, regelmäßig umfassende Stellenstreichungen anzukündigen.
„Manche von Ihnen fragen sich vielleicht, ob dies der Beginn eines neuen Rhythmus ist“, sagte sie. „Das ist nicht unser Plan.“
Jassy hat wiederholt betont, dass Amazon seine Strukturen vereinfachen müsse, indem Führungsebenen abgebaut und das, was er als übermäßige Bürokratie bezeichnet, reduziert werde.
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Ausmaß und Wirkung
Sollten die Kürzungen vollständig umgesetzt werden, entsprächen sie nahezu zehn Prozent der Belegschaft im Unternehmensbereich. Bezogen auf die gesamte Belegschaft von rund 1,58 Millionen Mitarbeitenden weltweit machen sie jedoch nur einen kleinen Teil aus.
Der Großteil der Amazon-Beschäftigten arbeitet in Logistikzentren und Lagerhäusern, Bereiche, die bislang weniger stark von der Restrukturierung betroffen sind.
Branchenweiter Wandel
Amazon steht mit dieser Neubewertung seiner Belegschaft nicht allein da. Andere Technologiekonzerne wie Meta Platforms und Microsoft hatten während der Pandemie stark expandiert und ihre Mitarbeiterzahlen anschließend wieder reduziert.
Zudem hat Amazon seine Investitionen in Lagerrobotik erhöht, um Lieferungen zu beschleunigen, Kosten zu senken und die Abhängigkeit von menschlicher Arbeitskraft zu verringern.
Das Unternehmen wird seine Quartalszahlen in der kommenden Woche vorlegen.
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Quellen: Reuters