Ein russischer Drohnenangriff auf einen Personenzug im Nordosten der Ukraine hat mehrere Menschen getötet, teilten ukrainische Behörden mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff und erneuerte die Warnungen vor den Gefahren, denen zivile Infrastruktur ausgesetzt ist.
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Der Vorfall wurde von NBC News unter Berufung auf ukrainische Staatsanwälte und Behörden berichtet.
Angriff auf Bahnstrecke
Staatsanwälte erklärten, ein Personenzug sei in der Nähe eines Dorfes in der Region Charkiw getroffen worden. Der Zug war von Tschop, nahe der westlichen Grenzen der Ukraine zu Ungarn und der Slowakei, in die Stadt Barwinkowe unterwegs.
Nach Angaben der Ermittler traf eine Drohne den Zug direkt, während zwei weitere das umliegende Gebiet einschlugen. Online verbreitete Fotos zeigten mindestens zwei brennende Waggons neben einer schneebedeckten Bahnstrecke.
Am Tatort seien Fragmente von fünf Leichen gefunden worden, teilten die Staatsanwälte mit.
Unterschiedliche Opferzahlen
Ukrainische Behörden nannten unmittelbar nach dem Angriff leicht abweichende Zahlen zu den Opfern. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, vier Menschen seien getötet worden, und wies darauf hin, dass sich mehr als 200 Passagiere an Bord befunden hätten, darunter 18 in dem getroffenen Waggon.
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Zuvor hatten Staatsanwälte erklärt, der Zug habe 155 Fahrgäste transportiert. Vizepremier Oleksij Kuleba bezeichnete den Angriff mit drei Drohnen als einen „direkten Akt russischen Terrors“.
Verurteilung durch Selenskyj
Selenskyj verurteilte den Angriff in einem Beitrag auf dem Messengerdienst Telegram und bezeichnete ihn als Terrorismus.
„In jedem Land würde ein Drohnenangriff auf einen zivilen Zug genau so bewertet werden – eindeutig als Terrorismus“, schrieb er. „Darin gibt es keinen und kann es keinen militärischen Zweck geben.“
Er fügte hinzu, internationaler Druck auf Russland sei notwendig, um das Leben von Zivilisten zu schützen.
Bahnverkehr geht weiter
Oleksandr Pertsowskyj, Vorstandsvorsitzender der staatlichen Eisenbahngesellschaft Ukrzaliznytsia, dankte den Rettungskräften und den Passagieren, die bei der Evakuierung der Verletzten geholfen hätten.
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„Alles am Laufen zu halten wird immer schwieriger“, schrieb er auf Facebook. „Wir sammeln uns neu. An einigen Orten wird es zusätzliche strenge Sicherheitsmaßnahmen geben, aber selbst an den furchterregendsten Tagen dürfen wir nicht aufgeben.“
Anhaltendes Risiko für Zivilisten
Der Angriff unterstreicht die anhaltende Verwundbarkeit ziviler Verkehrsnetze im weiteren Verlauf des Krieges, auch weit entfernt von den Frontlinien.
Die ukrainischen Behörden erklärten, die Ermittlungen zu dem Angriff dauerten an.
Quellen: NBC News