Die aktuelle Zuspitzung zwischen den USA und Iran folgt keinem geraden Kurs.
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Der Schwerpunkt der US-Politik gegenüber Iran hat sich innerhalb weniger Wochen mehrfach verschoben – von Solidaritätsbekundungen mit iranischen Demonstrierenden hin zu offenen Drohungen im Atomstreit.
Die Kombination aus wechselnder Rhetorik und militärischem Aufmarsch erhöht das Risiko politischer Fehlkalkulationen und einer unbeabsichtigten militärischen Eskalation.
Rückhalt im Inland
Ein wesentlicher Faktor für Trumps harte Linie ist die Stimmung in seiner eigenen Wählerschaft. Laut einer neuen Umfrage von Politico unterstützen 65 Prozent der Trump-Wähler militärische Einsätze gegen mindestens ein anderes Land.
Iran steht dabei an der Spitze: Rund die Hälfte der Trump-Wähler befürwortet ein militärisches Vorgehen gegen Teheran. Bei selbst erklärten „MAGA Republikanern“, also besonders loyalen Anhängern von Trump, sind es sogar 61 Prozent.
Die Daten deuten laut Politico darauf hin, dass sich das frühere Misstrauen gegenüber Auslandseinsätzen in Teilen der republikanischen Basis abgeschwächt hat – solange es nicht um langjährige Bodenkriege geht.
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Verschobene Begründungen
Wie der Guardian berichtet, hat Trump seine Drohkulisse gegenüber Iran innerhalb eines Monats mehrfach neu begründet. Ende Dezember und Anfang Januar stellte er US-Interventionen noch in Aussicht, falls Demonstranten im Iran getötet würden.
Mit dem Abflauen der Proteste verschwand dieses Argument jedoch aus der öffentlichen Kommunikation. Stattdessen knüpft Trump die militärischen Drohungen nun fast ausschließlich an das iranische Atomprogramm.
Diese Verschiebung sorgt laut dem Guardian für Verunsicherung – sowohl bei Verbündeten im Nahen Osten als auch innerhalb des iranischen Volkes.
Aufmarsch in der Region
Parallel zur Rhetorik hat Washington seine militärische Präsenz im Nahen Osten deutlich verstärkt.
Nach Angaben der BBC wurden zusätzliche Kampfflugzeuge nach Jordanien verlegt, neue Luftabwehrsysteme in Katar installiert und zahlreiche US-Militärflugzeuge in der Region registriert.
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Ein US-Verteidigungsbeamter bestätigte der BBC, dass eine Flugzeugträgergruppe um die USS Abraham Lincoln im Einsatzgebiet eingetroffen ist.
Reaktionen aus Teheran
Iran weist die Vorwürfe zurück, mit seinem Atomprogramm den Bau von Nuklearwaffen anzustreben.
Außenminister Abbas Araghchi betonte laut BBC, Teheran sei zu einem fairen Abkommen bereit, lehne jedoch Gespräche unter Druck ab. Das Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken.
Gleichzeitig erklärte Irans Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf, Verhandlungen seien nur sinnvoll, wenn sie „genuine“ seien. Er sagte auch, Trump könne zwar einen Krieg beginnen, habe aber keine Kontrolle darüber, wie er ende.
Am Ende bleibt ein Spannungsfeld aus militärischem Druck, politischer Unklarheit und widersprüchlichen Signalen.
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Während Washington seine Präsenz in der Region ausbaut und neue Bedingungen formuliert, weist Teheran zentrale Vorwürfe zurück und hält an seiner Darstellung eines zivilen Atomprogramms fest. Ob daraus Gespräche entstehen oder weitere Eskalationsschritte folgen, bleibt offen.
Quellen: BBC, The Guardian, Politico