Die syrische Regierung hat die sofortige Verleihung der Staatsbürgerschaft an kurdische Gemeinschaften angeordnet – ein Schritt, der nach Jahren des Konflikts eine deutliche Kehrtwende in der Politik markiert.
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Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem Damaskus versucht, das Land zu stabilisieren und seine Autorität nach jüngsten Veränderungen auf dem Schlachtfeld zu festigen.
Nach Angaben von Al Jazeera hat das Innenministerium mit der Umsetzung eines Erlasses begonnen, der für alle in Syrien lebenden Kurden gilt, einschließlich jener, die zuvor als staatenlos registriert waren.
Zunächst internationale Reaktionen
Die Ankündigung hat international Aufmerksamkeit erregt. US-Präsident Donald Trump lobte jüngste Fortschritte der syrischen Regierungstruppen und sagte Präsident Ahmed al-Sharaa, er sei mit der Offensive „sehr zufrieden“ – trotz der früheren Unterstützung Washingtons für die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF).
Am Mittwoch traf sich al-Sharaa in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, um über die Zukunft Syriens und die fortgesetzte Präsenz russischer Truppen zu sprechen. Putin würdigte al-Sharaas Bemühungen um die Stabilisierung des Landes, während Russland nach dem Zusammenbruch der Herrschaft von Baschar al-Assad versucht, seinen Einfluss zu bewahren.
Staatsbürgerschaftserlass
Innenminister Anas Chattab erließ die Anordnung zur sofortigen Umsetzung des Staatsbürgerschaftserlasses, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf den syrischen Staatssender Alikhbariah.
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Die Maßnahme gilt für alle kurdischen Einwohner und schließt ausdrücklich jene ein, die als staatenlos geführt wurden. Das Innenministerium setzte eine Frist bis zum 5. Februar für die vollständige Umsetzung und wies die zuständigen Stellen an, die Durchführungsrichtlinien unverzüglich abzuschließen.
Der Erlass baut auf einer früheren Ankündigung al-Sharaas auf, mit der Kurdisch als eine der nationalen Sprachen Syriens anerkannt und kurdischen Syrern die Staatsbürgerschaft wieder zuerkannt wurde.
Kulturelle Garantien
Die Anordnung weist staatliche Institutionen zudem an, die kurdische Kultur und Sprache zu schützen. Sie erlaubt den Unterricht der kurdischen Sprache an öffentlichen und privaten Schulen in kurdisch geprägten Regionen und erklärt den 21. März zum landesweiten Feiertag anlässlich des Newroz-Frühlingsfestes.
Beamte erklärten, die Maßnahmen dienten dazu, kurdische Rechte innerhalb des staatlichen Rahmens Syriens formell zu verankern.
Konfliktkontext
Der Schritt folgt auf einen raschen Vormarsch syrischer Regierungstruppen gegen die SDF im Norden des Landes, der kurdische Kämpfer zum Rückzug aus Städten wie Raqqa und Deir Az Zor zwang.
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Während Damaskus nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg die Kontrolle über große Teile des Landes zurückerlangt hat, gibt es weiterhin Berichte über Vertreibung kurdischer Zivilisten und Nahrungsmittelknappheit, da die Spannungen anhalten.
Quellen: Al Jazeera, Anadolu News Agency