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Russisches Kirchenoberhaupt nennt die Frauenpsyche als Grund für ein Verbot von Abtreibungen ohne Zustimmung der Ehemänner

Kirill of Moscow, Patriarch of Russia
paparazzza / Shutterstock.com

„Die weibliche Psyche ist instabiler, Frauen sind emotional verletzlicher“, sagte er in seiner Rede.

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Ein hochrangiger religiöser Führer hat in Russland eine Debatte ausgelöst, indem er neue Einschränkungen beim Zugang zu Abtreibungen forderte.

Nach Angaben der Moscow Times erklärte Patriarch Kirill von Moskau und ganz Russland, das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, vor Mitgliedern des Föderationsrates, verheiratete Frauen sollten ohne die Zustimmung ihres Ehemanns keine Abtreibung vornehmen lassen dürfen.

Er argumentierte, Entscheidungen, die unter emotionalem Druck getroffen würden, spiegelten nicht unbedingt langfristige Interessen wider.

„Eine Frau kann sich in einem Zustand emotionaler Belastung befinden … Und deshalb ist es wichtig, einen Ehemann an ihrer Seite zu haben, der rechtzeitig sagen kann: ‚Nein, hör zu, wir schaffen das, wir werden schließlich Geld verdienen.‘ … Die Worte des Ehemanns sollten in der Diskussion darüber, ob diese Handlung begangen werden soll oder nicht, präsent sein“, sagte Kirill während der Sitzung.

„Emotional verletzlich“

Er rechtfertigte den Vorschlag mit der Behauptung, „die weibliche Psyche sei labiler, Frauen seien emotional verletzlicher“, und Entscheidungen könnten „in einem Zustand affektiver Erregung“ getroffen werden, wie aus seinen Äußerungen hervorgeht.

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Die Vorschläge sind Teil einer breiteren nationalen Debatte, da die Geburtenrate in Russland auf den niedrigsten Stand seit den 1990er-Jahren gefallen ist.

Die Behörden in 14 Regionen haben bereits Geldstrafen für das „Herbeiführen von Abtreibungen“ eingeführt, ähnliche Maßnahmen werden andernorts geprüft.

Die Kirche hatte zuvor vorgeschlagen, die Verfassung zu ändern, um ein landesweites Abtreibungsverbot zu verhängen.

Ideen zur strafrechtlichen Verantwortung

Über die Zustimmung des Ehepartners hinaus sprach sich der Patriarch für die Schaffung eines Bundesgesetzes aus, das die Nötigung zu einer Abtreibung unter Strafe stellen würde. Zudem forderte er ein vollständiges Verbot von Abtreibungen in privaten medizinischen Einrichtungen.

Seiner Ansicht nach ist die Aufsicht über solche Kliniken unzureichend. Die Kontrolle der Einhaltung von Abtreibungsregelungen im privaten Sektor sei „praktisch unmöglich“, sagte er.

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Quellen: Erklärungen der Russisch-Orthodoxen Kirche, Äußerungen im Föderationsrat, The Moscow Times