Hunderte Hotels sind nun in einen Restrukturierungsprozess verwickelt, der den europäischen Reisemarkt nachhaltig verändern könnte.
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Nach einer Phase schnellen Wachstums ist die europäische Hotelbranche in Turbulenzen geraten, da finanzielle Belastungen zunehmen.
Die Folgen werden von Mitarbeitern, Partnern und Gästen in mehreren Ländern aufmerksam verfolgt.
Plötzlicher Zusammenbruch
Die Revo Hospitality Group, Europas größter White-Label-Hotelbetreiber, hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, wie der Daily Express berichtet.
Das Unternehmen, früher bekannt als HR Group, betreibt Hotels im Auftrag von Eigentümern, ohne dabei unter einer einheitlichen eigenen Marke aufzutreten.
Die 2008 gegründete Gruppe betreibt mehr als 260 Hotels in 12 europäischen Ländern und 146 Städten.
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Dazu gehören Häuser unter bekannten Franchise-Namen wie Hilton und ibis Styles sowie eigene Marken wie Hyperion.
In der vergangenen Woche teilte Revo mit, dass rund 140 Unternehmen innerhalb der Gruppe beim Amtsgericht Charlottenburg in Berlin Insolvenzverfahren beantragt hätten.
Hotels bleiben geöffnet
Trotz der Anmeldung erklärte Revo, dass der Betrieb vieler Hotels fortgesetzt werde.
„Die rund 125 Hotels in Deutschland und Österreich werden mit allen 5.500 Mitarbeitern weitergeführt“, teilte das Unternehmen mit und ergänzte, dass das Verfahren von gerichtlich bestellten Sachwaltern begleitet werde.
Die meisten Revo-Häuser befinden sich in Deutschland, weitere Standorte gibt es unter anderem in der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Tschechien, Italien, Polen und Spanien.
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Die Gruppe erwartet, die Restrukturierung in Eigenverwaltung bis zum Sommer abzuschließen.
Steigende Kosten
In einer Erklärung machte Revo eine Kombination wirtschaftlicher Belastungen für die finanziellen Probleme verantwortlich.
Genannt wurden höhere Lohnkosten, deutliche Anhebungen des Mindestlohns sowie steigende Ausgaben für Miete, Energie und Lebensmittel.
„Mit der Wirtschaftskrise gerieten 140 Unternehmen, darunter die Management- und Holdinggesellschaft, in Schwierigkeiten“, erklärte die Gruppe.
Zudem räumte sie ein, dass das rasche Wachstum der vergangenen Jahre zu Doppelstrukturen und Integrationsproblemen geführt habe, die das Geschäft belasteten.
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Rasantes Wachstum
Revo übernahm 2008 sein erstes Hotel in Leipzig. Bis 2020 betrieb das Unternehmen 51 Hotels und expandierte in den folgenden Jahren aggressiv in ganz Europa.
Berichte, auf die sich der Daily Express beruft, besagen, dass die Gruppe vor der Insolvenzanmeldung rund 1,3 Milliarden Euro Jahresumsatz erzielte und etwa 8.300 Mitarbeiter beschäftigte.
Das Unternehmen erklärte, dass die Übernahme neuer Hotels erhebliche Kosten verursacht habe, während Übernachtungszahlen und erwartete Umsätze für 2025 hinter den Prognosen zurückblieben.
Nun wurden Spezialisten eingesetzt, um den Betrieb zu stabilisieren und einen Sanierungsplan auszuarbeiten.
Quellen: Daily Express