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Zieht sich ein weiterer Verbündeter von Putin zurück? Kim Jong Un scheint Waffenlieferungen an Russland zu begrenzen

Kim Jong Un, Vladimir Putin
Office of the President of the Russian Federation / Wiki Commons

Es gibt Anzeichen dafür, dass Pjöngjang seine Unterstützung für Moskau möglicherweise zurückfährt.

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Neue Satellitenbilder deuten auf eine plötzliche Verlangsamung hin, die bei Analysten Fragen aufwirft, was hinter dieser Veränderung steckt.

Die Ergebnisse weisen auf weniger Lieferungen sowohl auf dem Seeweg als auch per Luft hin und markieren damit eine bemerkenswerte Verschiebung in einer Versorgungsroute, auf die Russland im Krieg gegen die Ukraine stark angewiesen war.

Satellitensignale

Laut NK News zeigt die Analyse aktueller Satellitenaufnahmen, dass im Januar nur ein russisches Containerschiff einen nordkoreanischen Hafen anlief.

In den vergangenen Monaten legten Schiffe, die mit dem Waffenhandel zwischen Russland und der Demokratischen Volksrepublik Korea in Verbindung stehen, mindestens dreimal pro Monat in solchen Häfen an.

Der letzte bestätigte Besuch vor Januar fand am 21. Dezember statt. Von Journalisten ausgewertete Planet Labs Aufnahmen zeigen, dass am 14. Januar ein russisches Schiff an einem Kai anlegte, der mit Waffenexporten verbunden ist, nachdem es am Vortag leere Container an einem nahegelegenen Kai entladen hatte.

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Das Schiff wurde vermutlich als Angara oder Lady R identifiziert, zwei Frachter, die bereits zuvor eine zentrale Rolle beim Transport von Waffen und Munition aus Nordkorea nach Russland gespielt haben.

Weniger Flüge

NK News berichtete außerdem von einem Rückgang des Luftverkehrs, der mit Waffenlieferungen in Verbindung steht.

Nach dem Auslaufen des Schiffes Mitte Januar wurden Container über mehrere Tage hinweg schrittweise entladen und blieben anschließend bis zu drei Wochen am Kai, bevor sie weitertransportiert wurden.

Gleichzeitig gingen Flüge, die vermutlich nordkoreanische Militärausrüstung nach Russland transportieren, im Vergleich zu den Vormonaten deutlich zurück, so die Satellitenanalyse.

Zusammen deutet die reduzierte Aktivität auf See und in der Luft eher auf eine umfassendere Verlangsamung als auf eine kurze logistische Pause hin.

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Warum die Verlangsamung

Die Gründe für den Rückgang bleiben unklar.

Von NK News zitierte Analysten vermuten, dass außergewöhnlich schlechtes Wetter im Januar die Schifffahrts- und Flugrouten in der Region gestört haben könnte.

Weitere mögliche Erklärungen reichen von Veränderungen in der Dynamik der Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland bis hin zu innenpolitischen Überlegungen in Nordkorea, die Pjöngjang dazu veranlasst haben könnten, Waffenexporte zumindest vorübergehend einzuschränken.

Zweifel von Experten

Der Militärexperte Pavel Lakijczuk sagte gegenüber der ukrainischen Nachrichtenagentur UNIAN, dass weder Nordkorea noch Belarus großes Interesse daran hätten, ihre Beteiligung am Krieg Russlands gegen die Ukraine zu vertiefen.

“North Korea and Belarus are not seeking deeper involvement in Russia’s war with Ukraine,” sagte er und fügte hinzu, dass der Einsatz nordkoreanischer Soldaten nicht die Ergebnisse gebracht habe, die Moskau sich möglicherweise erhofft hatte.

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Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte dies nach Ansicht von Analysten einen der wichtigsten russischen Versorgungskanäle für Munition schwächen.

Sources: NK News, Planet Labs, UNIAN, WP.