Eine diplomatische Entspannung rund um Grönland wurde Ende Januar angekündigt. Doch hinter dieser Entwicklung hatte Dänemark bereits diskrete Schritte unternommen, um sich auf ein deutlich ernsteres Szenario vorzubereiten. Was öffentlich wie routinemäßige Aktivitäten in der Arktis erschien, wirkt nun teilweise wie eine Notfallplanung während einer kurzen, aber angespannten Konfrontation.
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Als Donald Trump in Davos den „Rahmen für ein zukünftiges Abkommen“ über Grönland vorstellte, signalisierte dies eine Abschwächung nach Wochen scharfer Rhetorik, einschließlich Drohungen im Zusammenhang mit Handel und Sicherheit.
Zu Beginn des Monats hatten dänische Behörden jedoch auf eine deutlich veränderte Lage reagiert. Berichte des dänischen Senders DR sowie eine breitere Besorgnis innerhalb der NATO über die Sicherheit in der Arktis deuten darauf hin, dass Kopenhagen erwog, wie weit die Situation eskalieren könnte.
Ein Auslöser war eine jüngste US-Operation in Venezuela, die von europäischen Beamten als Beispiel für ein schnelles, einseitiges Vorgehen gewertet wurde.
Die strategische Lage Grönlands, als Verbindung zwischen Nordamerika und Europa und mit wachsender Bedeutung durch die Öffnung arktischer Routen, erhöhte die Brisanz.
Notfallpläne ausgearbeitet
Angesichts dieser Unsicherheit begannen dänische Verteidigungsplaner, sich auf extreme Szenarien vorzubereiten, anstatt die Lage als politisches Taktieren abzutun.
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Eine Quelle aus dem Verteidigungsbereich erklärte laut The Guardian: „Wenn Trump weiterhin sagt, er wolle Grönland kaufen, und dann das, was in Venezuela passiert ist, waren wir gezwungen, alle Szenarien ernst zu nehmen.“
Dieselbe Quelle fügte hinzu, dass „der offizielle US-Apparat nicht mehr wie gewohnt funktioniert“, eine Einschätzung, die die Besorgnis innerhalb von Teilen des dänischen Militärs widerspiegelt.
Ein operativer Befehl vom 13. Januar, der im Rahmen der Berichterstattung eingesehen wurde, legte dar, wie Kräfte zum Schutz des autonomen Territoriums eingesetzt werden könnten.
Signale vor Ort
Etwa im selben Zeitraum wurden Truppen im Rahmen der als NATO-Übung bezeichneten Operation „Arctic Endurance“ nach Grönland entsandt.
In der Praxis beschrieben in der Berichterstattung zitierte Beamte eine Mission, die über reine Ausbildungszwecke hinausging. Dänische Einheiten, darunter ein Regiment und Spezialkräfte, operierten gemeinsam mit französischen, deutschen und schwedischen Truppen.
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„Es war keine Übung, sondern eine ernsthafte Operation“, sagte eine Quelle. „Es gab keinen Spielraum für Unklarheiten.“
Das Personal wurde unter anderem mit Blutvorräten und Sprengstoffen ausgestattet, was auf ein Bereitschaftsniveau hindeutet, das für Standardübungen untypisch ist.
Weder dänische noch grönländische Behörden haben sich öffentlich geäußert.
Der Vorfall zeigt, wie schnell die Spannungen um Grönland innerhalb der NATO nachwirkten und kurzfristig Annahmen über die Geschlossenheit zwischen den Vereinigten Staaten und ihren europäischen Verbündeten auf die Probe stellten, auch wenn sich das Bündnis später neu formierte, um seine Präsenz in der Arktis zu verstärken.
Quellen: DR, The Guardian