Startseite Nachrichten Viele beschäftigte in Deutschland haben einen massiven arbeitsstreik begonnen

Viele beschäftigte in Deutschland haben einen massiven arbeitsstreik begonnen

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Ein seit Langem andauernder Konflikt zwischen deutschen Kommunen und Gewerkschaften im öffentlichen Nahverkehr hat sich verschärft, da die Gespräche über Löhne und Arbeitsbedingungen weiterhin festgefahren sind. Im Kern des Streits stehen der Haushaltsdruck auf die Städte sowie die Vorwürfe der Gewerkschaften, dass Beschäftigte zu längeren und weniger planbaren Arbeitszeiten gedrängt würden.

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Der Stillstand ist nun in eine kritische Phase eingetreten. Gewerkschaften warnen, dass die Störungen anhalten werden, sofern die Arbeitgeber ihren Kurs nicht ändern.

Gespräche gescheitert

Nach Angaben von Reuters sind die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und den kommunalen sowie Landesarbeitgebern in der vergangenen Woche ins Stocken geraten. Verdi vertritt nahezu 100.000 Beschäftigte im kommunalen Nahverkehr und erklärt, die bislang vorliegenden Vorschläge würden die Arbeitsbedingungen verschlechtern statt verbessern.

Gewerkschaftsvertreter werfen den Städten vor, Leistungen kürzen und Schichten verlängern zu wollen, ohne dafür eine angemessene Gegenleistung anzubieten.

Die Arbeitgeber argumentieren ihrerseits, dass die angespannte Haushaltslage des öffentlichen Sektors ihren Spielraum für Lohnerhöhungen oder kürzere Arbeitszeiten stark einschränke.

Die nächste formelle Verhandlungsrunde ist für den 9. Februar angesetzt.

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Forderungen der Gewerkschaft

Verdi fordert kürzere Schichten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.

Die Gewerkschaft betont, diese Maßnahmen seien notwendig, um Arbeitsplätze im öffentlichen Nahverkehr langfristig attraktiv zu gestalten und dem Personalmangel entgegenzuwirken.

In Berlin erklärten Verdi-Verhandler, die Betreiber hätten verlangt, dass Beschäftigte Verbesserungen mitfinanzieren, indem sie auf Leistungen wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und flexible Arbeitszeiten verzichten. Dieses Angebot wies die Gewerkschaft entschieden zurück.

Serat Canyurt, Verdis Chefunterhändler, sagte dem rbb, die Arbeitgeber müssten mit ernsthaften Zugeständnissen an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Bundesweite Aktionen

Vor diesem Hintergrund rief Verdi zu koordinierten Arbeitskampfmaßnahmen im ganzen Land auf. Der Ausstand betrifft rund 150 kommunale Verkehrsunternehmen in 15 der 16 Bundesländer, darunter große Ballungsräume wie Berlin, Hamburg und Bremen.

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Reuters bezeichnete den Streik als eine der größten koordinierten Aktionen im kommunalen Nahverkehr seit Jahren.

Auswirkungen auf die Öffentlichkeit

Erst mit Beginn des Streiks wurden die Folgen für die breite Öffentlichkeit deutlich. In vielen Städten standen Bus- und Straßenbahnverbindungen still, sodass Pendler auf alternative Verkehrsmittel ausweichen mussten, während die Temperaturen in Teilen des Landes unter den Gefrierpunkt fielen.

Die Deutsche Bahn teilte mit, dass ihre S-Bahn-Angebote sowie der Fernverkehr regulär verkehren, da diese Beschäftigten nicht von Verdi vertreten werden.

Wie es weitergeht

Gewerkschaftsvertreter warnten, dass weitere Arbeitskampfmaßnahmen wahrscheinlich seien, falls die Gespräche am 9. Februar keine Fortschritte bringen. Da die Positionen weiterhin weit auseinanderliegen, könnten Deutschlands kommunale Verkehrsnetze in den kommenden Wochen wiederholt beeinträchtigt werden.

Quellen: Reuters

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