Die norwegische Königsfamilie ist von einem weiteren schweren Rückschlag getroffen worden, nachdem Marius Borg Høiby, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, nur einen Tag vor dem geplanten Beginn seines lang erwarteten Strafprozesses festgenommen wurde.
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Die Polizei bemüht sich nun darum, ihn in Gewahrsam zu halten, während das Bezirksgericht Oslo über seine Inhaftierung entscheidet, berichtet der Liveblog von DR News.
Festnahme bestätigt
Marius Borg Høiby wurde am späten Sonntagabend festgenommen, bestätigte seine Verteidigerin Ellen Holager Andenæs gegenüber NRK.
Norwegische Medien berichteten, dass er wegen Gewalt, Bedrohung mit einem Messer sowie Verstoßes gegen eine einstweilige Verfügung angeklagt ist.
Die Festnahme erfolgte einen Tag vor Beginn eines umfangreichen Strafverfahrens gegen ihn.
Die Polizei hat beantragt, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen.
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Antrag auf Untersuchungshaft
Nach Angaben der Polizei in Oslo beantragt die Staatsanwaltschaft eine Untersuchungshaft von vier Wochen.
– Die Polizei hat aufgrund der Gefahr weiterer Straftaten vier Wochen Untersuchungshaft beantragt, sagte Andreas Kruszewski, Jurist beim Polizeibezirk Oslo.
Das Bezirksgericht Oslo will noch im Laufe des Montags über den Antrag entscheiden.
Gerichtsentscheidung steht aus
NRK berichtete, dass über die Haftfrage im Rahmen einer sogenannten administrativen Entscheidung befunden wird. Das bedeutet, dass ein Richter darüber entscheidet, ob Høiby in Untersuchungshaft genommen wird, ohne dass die Parteien oder Høiby selbst vor Gericht erscheinen.
Die Entscheidung wird gegen 15 Uhr Ortszeit erwartet.
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Schwere Vorwürfe
Høiby sieht sich einer Vielzahl von Anklagen gegenüber. Zu den schwerwiegendsten zählen vier Fälle von Vergewaltigung, bei denen die Staatsanwaltschaft angibt, dass die betroffenen Frauen zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Taten geschlafen hätten.
Zudem ist er wegen Gewalt gegen eine frühere Freundin angeklagt. Nach Angaben der Anklagebehörde beträgt das mögliche Höchstmaß der Strafe zehn Jahre Haft.
Insgesamt wird Høiby 38 Straftaten zur Last gelegt – eine Zahl, die im Verlauf der Ermittlungen gestiegen ist.
Frühere Festnahmen
Der norwegische Sender TV2 berichtete, dass Høiby zuvor bereits dreimal festgenommen worden sei. In allen Fällen sei er kurz darauf wieder freigelassen worden.
Seine Verteidiger haben bislang nicht erklärt, ob er den Antrag auf Untersuchungshaft anfechten wird.
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Prozess steht bevor
Der Strafprozess soll sich über sieben Wochen erstrecken, vom 3. Februar bis zum 19. März. Høiby hat die Schuld an den schwersten Vorwürfen bestritten.
Quellen: DR News, NRK, TV2