Startseite Forschung Gene prägen Lebensspanne stärker als gedacht

Gene prägen Lebensspanne stärker als gedacht

microscope science
Shutterstock

Neue Analyse korrigiert zentrale Annahme der Alternsforschung.

Gerade lesen andere

Wie alt ein Mensch wird, galt lange vor allem als Frage von Lebensstil, Umwelt und Zufall.

Der genetische Beitrag zur Lebensdauer wurde in der Forschung meist auf rund 20 bis 25 Prozent geschätzt.

Eine neue wissenschaftliche Untersuchung kommt nun zu einem deutlich anderen Ergebnis.

Warum frühere Studien den Einfluss unterschätzten

Die Analyse, über die FITBOOK berichtet und die im Fachjournal Science veröffentlicht wurde, setzt bei einem methodischen Problem älterer Studien an.

Viele frühere Berechnungen stützten sich auf historische Geburtsjahrgänge. In diesen Generationen starben zahlreiche Menschen früh an Infektionen, Unfällen oder Gewalteinwirkung.

Lesen Sie auch

Solche Todesursachen stehen nur begrenzt mit biologischen Alterungsprozessen in Verbindung.

In statistischen Modellen wirken sie wie Zufallsereignisse, die den tatsächlichen Einfluss genetischer Faktoren auf die Lebensdauer verdecken können.

Neue Auswertung internationaler Langzeitdaten

Um diese Verzerrung zu korrigieren, werteten die Forscher große Zwillingsstudien aus Dänemark und Schweden aus.

Besonders aussagekräftig waren Daten von eineiigen Zwillingen, die in unterschiedlichen Familien aufgewachsen waren.

Ergänzend wurden Informationen zu Geschwistern außergewöhnlich langlebiger Menschen aus den USA einbezogen.

Lesen Sie auch

Mithilfe spezieller Modelle trennten die Wissenschaftler altersbedingte Todesfälle von solchen, die auf äußere Ursachen zurückgehen.

Ergebnis: Gene erklären rund die Hälfte der Lebensdauer

Unter diesen Bedingungen steigt der geschätzte genetische Anteil an der biologisch bedingten Lebensdauer auf etwa 50 bis 55 Prozent.

Der Effekt zeigte sich stabil über verschiedene Länder, Jahrgänge und Rechenmodelle hinweg.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen wurden nicht festgestellt.

Was das Ergebnis – und was es nicht – bedeutet

Die Autoren betonen, dass Gene das individuelle Lebensalter nicht festlegen.

Lesen Sie auch

Vielmehr erklären sie unter vergleichbaren Umweltbedingungen einen deutlich größeren Teil der Unterschiede in der Lebensdauer als bisher angenommen.

Quelle: FITBOOK, Science, BILD