Der tägliche Verkehr in Moskau wird zunehmend von Sicherheitskontrollen geprägt, die über Tickets und Drehkreuze hinausgehen.
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Für Millionen Pendler überschneiden sich Routinefahrten nun mit neuen Formen staatlicher Aufsicht.
Die russischen Behörden spielen das Ausmaß dieser Maßnahmen nicht länger herunter, sondern erkennen offen Veränderungen an, die Fahrgäste direkt betreffen.
Unerwartete Kontrollen
Fahrgäste der Moskauer Metro sollten sich auf stichprobenartige Überprüfungen ihrer Mobiltelefone einstellen.
Die Polnische Presseagentur (PAP) berichtete, dass der Pressedienst der Metro die Einführung dessen bestätigte, was er als neue Sicherheitsmaßnahmen bezeichnete.
Laut der Erklärung können Passagiere während der Fahrt im U-Bahn-Netz mit „unerwarteten Kontrollen“ ihrer Smartphones konfrontiert werden.
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Die Ankündigung bedeutet eine weitere Ausweitung der Kontrollen im öffentlichen Verkehrssystem der russischen Hauptstadt.
Bestehende Kontrollen
Russische Medien wiesen unter Berufung auf den Pressedienst der Metro darauf hin, dass Reisende bereits mehreren Ebenen der Überwachung unterliegen.
Dazu gehören Metalldetektorschleusen an den Eingängen der Stationen sowie ein System zur Gesichtserkennung.
Die Metro erklärte, dass der jüngste Schritt diese Maßnahmen ergänze und nicht ersetze.
„Die neuen Maßnahmen zur Kontrolle von Mobiltelefonen, die durch die Verordnung (…) festgelegt wurden, können bei Bedarf als Ergänzung zu den bereits bestehenden Sicherheitsmaßnahmen (…) angewendet werden“, erklärte der Pressedienst in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung.
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Offizielle Stellen machten keine Angaben dazu, wie häufig solche Kontrollen stattfinden werden oder welche Informationen dabei geprüft werden könnten.
Über Moskau hinaus
Ähnliche Regeln wurden bereits in der Metro von St. Petersburg eingeführt, was darauf hindeutet, dass dieser Ansatz über die Hauptstadt hinaus ausgeweitet wird.
PAP berichtete, dass Kritiker den Schritt als Teil eines umfassenderen Systems totaler Bürgerüberwachung betrachten.
Dazu gehören routinemäßige Patrouillen von Polizei und anderen Sicherheitsdiensten, der weit verbreitete Einsatz von Kameras mit Gesichtserkennung sowie zusätzliche Formen der Überwachung in öffentlichen Räumen.
Zusammen deuten diese Maßnahmen auf einen zunehmenden Zugriff auf den Alltag in großen russischen Städten hin.
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Gemischte Reaktionen
Einige Überwachungslösungen haben in begrenztem Umfang öffentliche Akzeptanz gefunden. Ein von PAP genanntes Beispiel ist ein Videoüberwachungssystem, das mit der Fahrkartenbezahlung verknüpft ist.
Dabei ist die Gesichtserkennung direkt mit dem Bankkonto eines Fahrgasts verbunden, sodass die Bezahlung ohne physische Tickets oder Karten möglich ist.
Ähnliche Technologie wird bereits in Städten wie Almaty in Kasachstan eingesetzt.
Trotzdem bleiben bei Beobachtern Sorgen über die kumulative Wirkung solcher Instrumente auf die Privatsphäre bestehen.
Die Moskauer Metro gehört zu den verkehrsreichsten Transportsystemen der Welt und befördert täglich rund 8 Millionen Passagiere auf 15 Linien und über 270 Stationen.
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Quellen: Polnische Presseagentur (PAP), Wirtualna Polska