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Ein weiterer schlag für Putins wirtschaft: Gewinnmarge des führenden stahlherstellers fällt auf 16-jahres-tief

Putin
Gil Corzo / Shutterstock.com

Russlands wirtschaftliche Belastung zeigt neue Anzeichen von Stress, nachdem eines der Vorzeigeunternehmen der Industrie des Landes einen starken Einbruch der Profitabilität gemeldet hat. Die Ergebnisse unterstreichen den wachsenden Druck auf Schlüsselsektoren, die einst als Stützpfeiler der Widerstandsfähigkeit unter Sanktionen galten.

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Der Rückschlag kommt zu einem Zeitpunkt, da die Nachfrage im Inland nachlässt und globale Marktkräfte die Preise unter Druck setzen.

Margen brechen ein

Nach Angaben von The Express meldete Severstal, einer der größten Stahlhersteller Russlands, die niedrigste Gewinnmarge seit 16 Jahren – ein Niveau, das zuletzt während der globalen Finanzkrise 2009 erreicht wurde.

Das Unternehmen erklärte, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sei 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent auf 137,6 Milliarden Rubel (1,8 Milliarden US-Dollar) gesunken. Der Umsatz ging um 14 Prozent zurück.

Die EBITDA-Marge von Severstal fiel auf nur noch 19 Prozent – eine deutliche Kehrtwende für ein Unternehmen, das in den vergangenen Jahren typischerweise Margen von über 30 Prozent erzielt hatte.

Nachfrage kühlt ab

Vorstandschef Alexander Schewelew führte den Abschwung direkt auf die nachlassende Dynamik der russischen Wirtschaft zurück.

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„Die Stahlnachfrage in Russland ist stark eingebrochen, da sich die Wirtschaft unter dem Gewicht hoher Zinsen abgekühlt hat“, sagte Schewelew in einer Unternehmensmitteilung.

Er fügte hinzu, dass die Inlandsnachfrage nach Stahlprodukten im Jahresvergleich um 14 Prozent gesunken sei, was den Druck auf Preise und Rentabilität weiter erhöhe.

Globaler Druck verschärft die Lage

Schewelew verwies zudem auf Schwächen außerhalb Russlands. Eine anhaltende Flaute im chinesischen Immobiliensektor habe zu Rekordexporten von Stahl aus China geführt, was die Weltmarktpreise belastet und den Wettbewerb verschärft habe.

Dieses Überangebot habe sich auch auf Märkte ausgewirkt, auf die russische Produzenten angewiesen sind, und ihre Möglichkeiten eingeschränkt, die schwächere Inlandsnachfrage auszugleichen.

Russlands Stahlindustrie zählt seit Langem zu den profitabelsten weltweit, was die jüngsten Zahlen für Analysten, die den Zustand der Gesamtwirtschaft beobachten, besonders auffällig macht.

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Sanktionen und Abschwung

Severstal, das dem sanktionierten Milliardär Alexej Mordaschow gehört und rund 50.000 Menschen beschäftigt, ist seit Beginn von Russlands umfassender Invasion in die Ukraine internationalen Beschränkungen ausgesetzt.

Diese Maßnahmen zwangen das Unternehmen, Exporte zu kürzen und sich stärker auf den heimischen Markt zu stützen.

Doch dieser Markt hat sich deutlich abgekühlt. Russlands Wirtschaft verlangsamte sich im vergangenen Jahr erstmals seit Februar 2022 spürbar, da die Inflation stark anzog und die Zinsen auf nahezu Rekordniveaus stiegen.

Die Behörden bemühen sich nun hektisch, die Preise einzudämmen, während sich Anzeichen von Unruhe auch in Branchen ausbreiten, die lange als widerstandsfähig gegenüber anhaltendem Druck galten.

Warnsignal

Analysten sagen, die Ergebnisse von Severstal verdeutlichten, wie die zunehmenden wirtschaftlichen Gegenwinde selbst Russlands stärkste Unternehmen untergraben. Sinkende Nachfrage, hohe Finanzierungskosten und eingeschränkte Exportmöglichkeiten könnten die Probleme der Stahlbranche zu einem Vorboten größerer Belastungen machen.

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Quellen: The Express