Ein Vorfall in einem Regionalzug hat tödliche Folgen gehabt.
Gerade lesen andere
Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Verkehr nimmt zu. Ein aktueller Fall zeigt nun, welche tödlichen Folgen solche Eskalationen haben können. In Rheinland-Pfalz ist ein Bahnmitarbeiter nach einer Auseinandersetzung im Zug gestorben.
Wie ZDFheute unter Berufung auf dpa berichtet, erlag der 36-jährige Zugbegleiter später im Krankenhaus seinen Verletzungen, nachdem er während seines Dienstes angegriffen worden war.
Der Vorfall ereignete sich am Montagabend in einem Regionalexpress der Deutschen Bahn.
Gewalt im Alltag
Nach internen Zahlen der Deutschen Bahn sind Übergriffe auf Mitarbeiter kein Einzelfall. Zwischen Januar und Oktober 2025 wurden demnach fast 3.000 Beschäftigte Opfer von Körperverletzungen oder Bedrohungen, wie ZDFheute berichtet.
Umgerechnet kam es in diesem Zeitraum durchschnittlich zu mehreren Angriffen pro Tag. Besonders Konflikte bei Ticketkontrollen gelten als wiederkehrender Auslöser für Eskalationen.
Lesen Sie auch
Kontrolle eskaliert
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei soll ein 26-jähriger Fahrgast bei einer Fahrkartenkontrolle keinen gültigen Fahrschein vorgezeigt haben. Laut den von ZDFheute zitierten Ermittlern sollte der Mann daraufhin den Zug verlassen.
In diesem Zusammenhang griff er den Zugbegleiter an. Der Bahnmitarbeiter brach zusammen und musste noch im Zug reanimiert werden. Andere Fahrgäste leisteten Erste Hilfe und setzten einen Notruf ab.
Der Verletzte wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, wo er später starb.
Tatverdächtiger festgenommen
Nach Angaben einer Polizeisprecherin handelt es sich um einen 26-jährigen Griechen ohne Wohnsitz in Deutschland. Der Mann befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.
Zum genauen Tathergang gibt es bislang nur wenige Details. „Zur Tatwaffe oder möglichen Tatwerkzeugen können wir nichts sagen“, sagte die Sprecherin laut ZDFheute.
Lesen Sie auch
Einsatzkräfte der Landespolizei Saarland und der Bundespolizei nahmen den mutmaßlichen Täter kurz nach der Tat fest. Die Kriminaldirektion Kaiserslautern ermittelt zu Ablauf und Hintergründen.
Trauer und Fragen
Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, äußerte sich auf Linkedin bestürzt über den Tod des Mitarbeiters. Der Vorfall mache sie „fassungslos und traurig“.
„Wir alle bei der Deutschen Bahn verurteilen diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen aufs Schärfste“, schrieb Palla. Sie sprach von einem schwarzen Tag für die Bahn und bekundete ihr Mitgefühl mit den Angehörigen und Kollegen.
Die Deutsche Bahn hat für 15 Uhr eine bundesweite Schweigeminute für den verstorbenen Zugbegleiter angekündigt, wie ntv.de berichtet.
Quellen: dpa, ZDFheute, ntv.de