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Putins Griff wird fester, russische Universitäten sollen Austauschprogramme überdenken

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Russische Wissenschaftler werden dazu angehalten, Einladungen ins Ausland sorgfältig abzuwägen.

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Neue Hinweise aus Moskau deuten auf wachsende Vorsicht hin, wohin Forscher reisen und mit wem sie zusammenarbeiten.

Der Schritt erfolgt in einer Zeit zunehmender diplomatischer Spannungen, in der akademische Austauschprogramme stärker unter Beobachtung geraten.

Reisen unter Kontrolle

Das russische Ministerium für Wissenschaft und Bildung hat Universitäten und Forschungseinrichtungen angewiesen, Auslandsreisen zu vermeiden, sofern ihre Relevanz nicht sorgfältig geprüft wurde, berichtet Euronews Italia.

Die Empfehlung rät davon ab, akademische Reisen ohne vorherige Bewertung durch die Institutionen anzutreten.

Vedomosti berichtete unter Berufung auf akademische Quellen, dass sich die Anweisung auf Länder konzentriert, die Moskau wegen ihrer Unterstützung von Sanktionen als „feindlich“ einstuft.

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Dazu gehören die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Kanada, Südkorea, Japan und Singapur.

Die Botschaft des Ministeriums spiegelt ein breiteres Bemühen wider, die Kontakte von Forschern zu westlichen Institutionen stärker zu überwachen.

Einladungen werden geprüft

In einer Erklärung, unterzeichnet vom stellvertretenden Minister Konstantin Mogilewski, teilte das Ministerium mit, dass Einladungen ausländischer Organisationen überprüft werden, um festzustellen, ob wissenschaftliche Missionen politisiert sind.

Mehrere föderale Universitäten hatten laut denselben Quellen bereits Forschungsreisen für das Frühjahr 2026 ausgesetzt, noch bevor die Richtlinie offiziell veröffentlicht wurde.

Seit 2024 hätten Institutionen wie die Moskauer Staatliche Universität und die Higher School of Economics begonnen, Forscher verstärkt nach Asien und in den Nahen Osten umzulenken, darunter in die Türkei, den Iran und Saudi-Arabien.

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Vedomosti merkte an, dass diese Verschiebung nicht immer den akademischen Interessen der Betroffenen entspreche.

Sensible Bereiche im Fokus

Die Einschränkungen scheinen besonders stark Disziplinen zu betreffen, die aus Sicherheitsperspektive als sensibel gelten.

Gleichzeitig hätten Forscher aus den Geisteswissenschaften weiterhin mit europäischen Kollegen zusammengearbeitet und gemeinsame Arbeiten veröffentlicht, berichtete die Zeitung.

Die ungleiche Wirkung hat innerhalb der russischen Wissenschaftsgemeinschaft eine Debatte über die Zukunft internationaler Kooperation ausgelöst.

Einige Wissenschaftler argumentieren, dass die Einschränkung der Mobilität die russische Forschung zu isolieren drohe, gerade zu einer Zeit, in der globale Zusammenarbeit zentral bleibt.

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Der Fall Butjagin

Der neue Kurs bei akademischen Reisen folgt auf die Festnahme des russischen Archäologen Aleksandr Butjagin in Polen im Dezember 2025.

Ukrainische Behörden werfen ihm vor, unerlaubte Ausgrabungen auf der Krim durchgeführt zu haben, einem Gebiet, das Russland 2014 annektiert hat.

Kyjiw sagt, Ausgrabungen nach der Annexion hätten das kulturelle Erbe beschädigt und seien ohne Genehmigung ukrainischer Institutionen erfolgt.

Polen nahm Butjagin fest, und Gerichte bestätigten, dass eine Auslieferung an die Ukraine rechtlich möglich ist.

Moskau verurteilte die Festnahme als politisch motiviert, rief Polens Botschafter zurück und bestand darauf, dass die Krim russisches Territorium sei.

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Quellen: Euronews Italia, Vedomosti, Digi24