Das Nipah-Virus zählt zu den gefährlichsten bekannten Krankheitserregern beim Menschen.
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Zwar treten Infektionen nur selten auf, doch der Verlauf kann innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Fachleute beobachten das Virus daher mit großer Sorge.
Frühe Symptome oft unspezifisch
Nach einer Ansteckung dauert es meist mehrere Tage, bis erste Beschwerden auftreten.
Die Inkubationszeit liegt in der Regel zwischen vier und 14 Tagen. Anfangs ähneln die Symptome einer schweren Grippe: hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Halsschmerzen sowie starke Erschöpfung.
Häufig kommen Übelkeit und Erbrechen hinzu, was eine frühzeitige Diagnose erschwert.
Wenn das Gehirn betroffen ist
Bei einem Teil der Erkrankten verschlechtert sich der Zustand deutlich. Das Virus kann das zentrale Nervensystem angreifen.
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In dieser Phase treten Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit und Benommenheit auf. In schweren Fällen verlieren Betroffene das Bewusstsein oder fallen ins Koma.
Die Weltgesundheitsorganisation beziffert die Sterblichkeit bei Nipah-Infektionen auf 40 bis 75 Prozent.
Keine Impfung, keine gezielte Therapie
Besonders problematisch ist, dass es bislang weder einen Impfstoff noch spezielle Medikamente gegen das Nipah-Virus gibt.
Die medizinische Versorgung beschränkt sich auf unterstützende Maßnahmen und intensive Betreuung.
Das Virus gehört zur Gruppe der Henipaviren, zu der auch das Hendra-Virus zählt.
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Ursprung und Verbreitung
Als natürliche Träger gelten fruchtfressende Fledermäuse, sogenannte Flughunde. Sie zeigen selbst keine Symptome, können den Erreger jedoch über Speichel oder Urin weitergeben.
Erstmals wurde das Virus 1999 bei einem größeren Ausbruch in Malaysia und Singapur entdeckt. Seitdem kam es vor allem in Bangladesch und Indien zu weiteren Fällen.
Einschätzung für Deutschland
In Deutschland wurde das Nipah-Virus bislang nicht nachgewiesen. Das Robert Koch-Institut stuft Nipah- und Hendraviren dennoch als „bedrohliche Krankheiten“ ein.
Quelle: BILD