Der Weltkrebstag am 4. Februar macht jedes Jahr deutlich, wie wichtig Prävention im Kampf gegen Krebserkrankungen ist.
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Passend dazu wurden europäische Empfehlungen zur Krebsvermeidung umfassend aktualisiert.
Ziel ist es, Risiken klarer zu benennen und Vorbeugung nicht nur als private, sondern auch als gesellschaftliche Aufgabe zu verstehen.
Neuer Europäischer Kodex gegen Krebs
Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat die fünfte Ausgabe des Europäischen Kodex gegen Krebs veröffentlicht.
Der Leitfaden umfasst nun 14 Empfehlungen. Er richtet sich erstmals ausdrücklich auch an politische Entscheidungsträger, die durch Gesetze, Stadtplanung und Arbeitsbedingungen zur Krebsprävention beitragen sollen.
Umweltfaktoren stärker im Fokus
Neu ist die ausdrückliche Einstufung von Luftverschmutzung als Krebsrisiko.
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Empfohlen wird unter anderem, häufiger öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad zu nutzen, verkehrsarme Wege zu wählen und in Innenräumen auf das Verbrennen von Kohle oder Holz zu verzichten.
Ebenfalls neu aufgenommen wurde die Empfehlung für ein organisiertes Lungenkrebsscreening.
Dieses richtet sich an Menschen zwischen 50 und 75 Jahren mit langjähriger Rauchgeschichte und zählt damit gezielt Hochrisikogruppen an.
Klare Haltung zu Alkohol und Nikotin
Deutlich verschärft wurde die Position der WHO beim Alkoholkonsum. Demnach gibt es keine Menge, die als gesundheitlich unbedenklich gilt.
Auch E-Zigaretten und Vapes werden nun ausdrücklich als gesundheitliches Risiko benannt. Zudem rät der Kodex davon ab, Solarien zu nutzen.
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Kombination von Maßnahmen zeigt Wirkung
Ergänzend verweist der Kodex auf Studienergebnisse, die zeigen, dass einzelne Präventionsmaßnahmen nur begrenzte Effekte haben.
In Kombination – etwa durch Bewegung sowie die Einnahme von Vitamin D3 und Omega-3-Fettsäuren – kann das Krebsrisiko jedoch deutlich sinken.
Prävention als politische Verantwortung
Der aktualisierte Kodex fordert unter anderem höhere Abgaben auf Tabak und Alkohol, stillfreundliche Arbeitsplätze und eine Stadtplanung abseits stark befahrener Verkehrsachsen.
Die Botschaft ist klar: Krebsprävention betrifft den Einzelnen – und die Politik gleichermaßen.
Quellen: Weltgesundheitsorganisation (WHO) / Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), BILD